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Perspectives
GEAB 101 3 2016 – Alarm für den Dollar, Finanzkrise, Öl, Banken … Großer globaler strategischer Rückzug vor der unmittelbar bevorstehenden harten Landung

Unser Team hat sich dazu entschieden, das Jahr 2016 unter den Begriff  “großer strategischer Rückzug“ zu stellen, ein Rückzug, der sich auf alle Ebenen des sozialen Körpers auswirken wird. Und das wird ganz sicher mit der nationalstaatlichen Ebene beginnen, aber nicht allein.

Dieser Rückzug wird 2016 noch nicht das Ende der globalen Mobilität, des internationalen Austauschs oder des Internets bedeuten und die Welt wird dieses Jahr noch ein globales Dorf bleiben, aber die Mauern werden sich aufbauen, die Regulierungen sich durchsetzen, die Flüsse sich kontrollieren, die Armeen sich verstärken, die Märkte sich fragmentieren… all dies auf einer Basis, die nicht mehr international ist, weil das Scheitern der Reform der globalen Gouvernance offensichtlich ist, sondern auf der Grundlage der einzigen politischen Einheiten, die auf dem Markt verfügbar sind: Nationalstaaten, religiöse und ethnische Gruppen, bestimmte supra-nationale Organisationen, lokale Ebene.

Ende der großen globalen Orgie; jeder geht wieder nach Hause … mit einem guten Kater.

Und die weit offenen Türen werden sich Stück für Stück wieder schließen in einer neuen globalen Konfiguration, die sich gerade stabilisiert. Das Jahr 2015 sah große Veränderungen in den strategischen Allianzen. Das westliche Lager hat sich fragmentiert, bestimmte Teile haben sich sogar getrennt. Aber das Vertrauen begegnet den neuen Verbündeten noch nicht.

Hierfür bietet uns das beste Beispiel diese sehr großen Veränderungen des Gleichgewichts der Allianzen im Mittleren Osten. Für das „westliche Lager“, und Israel im Besonderen, ist der Feind nicht mehr der Iran, sondern Saudi-Arabien. Aber die Bewusstwerdung über diese Realität hat zu viel Zeit gebraucht: Saudi-Arabien und der militante Wahabismus sind losgelassen, weil das Vertrauen in den Iran immer noch nicht stabilisiert ist. Unter diesen Umständen ist die beste Lösung der Rückzug.

Europa ist in einer analogen Situation. Seine Schwierigkeiten mit Russland haben es von seiner östlichen Flanke abgeschnitten und selbst wenn derzeit Anstrengungen unternommen werden, um mit dem großen Nachbarn wieder neu anzufangen, ist der Schaden bezüglich des Vertrauens angerichtet. Auf seiner süd-südöstlichen Flanke bewegt sich der potentielle Partner, der die Türkei hätte sein müssen, wenn man mit ihm anders als durch seine Integration in die EU gearbeitet hätte, auf Wegen der radikalen Divergenz mit Europa. Was den Verbündeten par excellence, die Vereinigten Staaten, betrifft, gibt es in Europa nicht mehr viele, die eine positive Bilanz der transatlantischen Beziehungen in diesen letzten Jahren machen. Der gigantische Zufluss von Migranten, dessen Ziel Europa geworden ist in Folge von größeren strategischen Irrtümern, in die der Verbündete uns gezogen hat, sind der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt, und die EU hat jetzt einen umfassenden Plan zur inneren Verstärkung in Angriff genommen. Rückzug.

Auch Japan hat sehr wohl verstanden, dass es nicht mehr auf die schwindende Macht der Vereinigten Staaten zählen kann, um sich zu verteidigen. Und es wird offensichtlich nicht bei China um Schutz bitten. China ist sicherlich ein wichtiger regionaler Akteur, aber die stürmische Vergangenheit zwischen den beiden Mächten und die mittelfristig relevanten Unsicherheiten über die chinesischen hegemonialen Ambitionen zwingen Japan, sein eigenes Verteidigungssystem wieder in die Hand zu nehmen.

Dieser strategische Rückzug, der begleitet wird von einer Explosion der militärischen Ausgaben mit schlechtem Vorzeichen, hätte verhindert werden können, wenn die großen westlichen Akteure, die einzig intelligente Rolle gespielt hätten, die ihnen zusteht: „Übergangshelfer“. Die G20 war für diese ... Lesen