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Perspectives
GEAB 121 Panorama GlobalEurope 2018 – Das Finanzsystem hat den Blues (Auszüge)

Mit einer Erfolgsquote von 75% bei unseren Antizipationen für 2017 präsentiert unser Team in dieser Januar-Ausgabe des GEAB fünf strukturierende Trends und 33 “Rauf&Runter“-Antizipationen für 2018, aus denen wir Ihnen hier einige Abschnitte zum Thema Finanzsystem ausgewählt haben.

In der vollständigen Version (Abonnement) dieses GlobalEurope Panoramas wird auf zahlreiche andere Themen eingegangen: Finanzen (Inflation, QE, Eurozone, Zinsen, Fed…), Anlage (Gold, Erdöl, Sand …), Wirtschaft (Hoch- und Tiefbau, Großunternehmen, Wachstum, Beschäftigung, Afrika…), Währungen (Dollar, Euro, Yuan), Geopolitik (Koreas, Iran, Südamerika, Russland …), Gesellschaft (Armut, Lebenserwartung, Radikalisierung …), Politik (Populismus, Regulierung, Überwachung, Trump, Putin, May…), Technologien (Bitcoin, Airbnb,…), usw. …

1 Strukturierender Trend – Die existentielle Krise des Finanzsystems (Auszug aus dem Panorama 2018)

Das Ende des leichten Geldes verbunden mit der Beendigung der lockeren Geldpolitik verspricht ebenfalls eine Konsolidierung der Wirtschaft durch die Wiederentdeckung des Spiels der Konkurrenz nach Jahren der öffentlichen Unterstützung der bestimmenden wirtschaftlichen Kräfte. 2018 könnten, wie wir weiter hinten ausführen, einige spektakuläre Unternehmenspleiten auf den Finanzmärkten starke Schocks auslösen.

Aber allgemein antizipieren wir, dass das Jahr schwierig sein wird für die Finanzwelt, die als Folge der unzähligen Exzesse und Misserfolge des letzten Jahrzehnts eine Periode der existentiellen Infragestellung erleben wird. In diesem Jahrzehnt blieb die Finanzwelt für die Bereitstellung von Lösungen unverzichtbar. Insbesondere die Politik der geldpolitischen Lockerung hat diese Zentralität durchgesetzt.

Aber all das hört auf: Rückkehr der Realwirtschaft, Ende des QE. Und die Fragen zu den Ungleichgewichten, die das System des „Geldmachens durch Geld“ (eine Zusammenfassung der Mission der Banken und Finanzplätze) provoziert hat, werden ab jetzt gestellt.

Der gesunde Menschenverstand konnte in der Tat nur Angst haben vor dem Wahnsinn des Systems der Finanzierung der Wirtschaft, welches diese zehn Krisenjahre hervorgebracht haben. Heute haben wir alle Höhepunkte des Geldes erlebt, im konkreten und mit Blick auf das Ganze. Jeder weiß heute, dass Geld geschöpft werden kann (QE), dass die schlimmsten Verschuldungen ausgehalten werden können (amerikanische Verschuldung) und dass man Wert virtuell und aus dem nichts schaffen kann (Bitcoin).

Mittelfristig ist es unmöglich, dass solche Enthüllungen ohne Wirkung bleiben.

Insbesondere in einem Kontext des globalen Dorfes, in dem wichtige Akteure (China) darauf hinarbeiten, eine echte globale Währung zu erfinden (eine Art Welt-Euro), der das Ende der Finanzialisierung durch die Wechselkurse einläuten und beginnen würde, jeden Begriff eines intrinsischen Wertes von Geld aufzulösen. Hier sprechen wir von langsamen Trends, die sich im Verlauf der nächsten 10-20 Jahre entwickeln und klären werden.

Näher an der Gegenwart, in einer Welt, die zu den wirtschaftlichen Realitäten zurückgekehrt ist, tritt die Suche nach Geldwertstabilität an Stelle des spekulativen Potentials in den Vordergrund. Die Banken wurden ausgebremst. Es könne sein, dass wir 2018 beginnen werden, die ersten starken Initiativen zur Zähmung der Finanzmärkte zu sehen. Die aktuellen wahnwitzigen Höhenflüge der Aktienkurse ähneln zum Verwechseln denen des Bitcoin[1] und könnten zu den gleichen Regulationsreaktionen führen … aber erst nach einem gigantischen Gewinn, dem Ende des QE sei Dank.

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