Lesen Sie die Pressemitteilung
Perspectives
Pic GEAB 127 Wie wird transatlantische Beziehung, an der Donald Trump arbeitet, aussehen?

Die Multi-Polarisierung des Planeten durchläuft derzeit die Phase der Bi-Polarisierung, was wir schon 2009 für den Fall antizipiert haben, dass es Europa nicht gelingt, sich intelligent, unter hellsichtiger Berücksichtigung der großen weltweiten geopolitischen Rekonfiguration neu zu positionieren.

Nach dem Nahen und Mittleren Osten (derzeit erfolglos, da das iranische Regime noch nicht gefallen ist[1] – aber die Sanktionen werden im November zu wirken beginnen[2]) haben die Vereinigten Staaten von Trump begonnen, sich ernsthaft mit dem Wiederaufbau der transatlantischen Beziehungen zu befassen, die sie zur Sicherstellung ihres wirtschaftlichen Aufschwungs und zum Versuch der Beibehaltung ihrer Dominanz angesichts des wachsenden Einflusses Chinas brauchen.

Mit seinem vieldiskutierten „Handelskrieg“ hat Trump in der Tat diese Bi-Polarisierung zwischen einer chinesischen Welt und einer amerikanischen Welt, der seine Politik dient, ausgelöst: auf der einen Seite die Länder/Regionen, die ihre Märkte auf China ausrichten[3], auf der anderen Seite die, die lieber ihre Ränge um Washington herum schließen, als den amerikanischen Markt zu verlieren[4] … insbesondere jetzt, wo die amerikanische Volkswirtschaft einen Aufschwung erlebt[5].

Was Europa betrifft hatte unser Team nie Zweifel daran, dass es bei einer ihm auferlegten Entscheidung erst einmal zum Gewohnten zurückkehren würde, anstatt sich für ein Abenteuer mit dem Osten zu entscheiden. Trump zwingt derzeit Europa zu dieser Entscheidung und es entwickelt sich gerade eine neue Ausprägung der transatlantischen Beziehungen: in dieser Ausgabe werden wir die herausragenden Merkmale, die wir schon erkennen können, beschreiben. Wir analysieren auch den politischen Prozess, mit dem das Amerika von Trump seine Ziele erreichen will, ein Prozess, der ein entscheidender Faktor bei der Serie von Transformationen sein wird, die die EU gerade zu erleben beginnt. Wir sind weiterhin der Ansicht, dass die Europawahl von 2019 ein Wendepunkt in diesen Entwicklungen darstellen wird.

Ein amerikanisches Übernahmeangebot für Europa?

Hier drei Informationen, die auf eine Verschärfung der Europa-Politik der Vereinigten Staaten hinweisen:

. Zuallererst das Treffen zwischen Juncker und Trump diesen Sommer, als die Europäer am Strand lagen, im Verlauf dessen der Präsident der Europäischen Kommission im wahrsten Sinne des Wortes Treue geschworen und alle Bedingungen des amerikanischen Präsidenten akzeptiert hat: Kauf des amerikanischen Flüssiggases, das man bis jetzt zurückgewiesen hat, Kauf der amerikanischen Sojabohnen, die die Chinesen als Vergeltung für die ihren Produkten auferlegten Zölle nicht mehr abnehmen, Schulterschluss gegen China (das wurde im Bericht nicht explizit erwähnt, aber trotzdem klar ausgedrückt im Punkt gemeinsames Ziel des „Schutzes der amerikanischen und europäischen Unternehmen gegen die unlauteren Handelspraktiken“) und schließlich die Absicht von ernsthaften Verhandlungen über ein transatlantisches Handelsabkommen[6]. Im Gegenzug für all diese Zugeständnisse beschränkte sich Trump großzügigerweise darauf, die Zölle für europäische Autos auszusetzen, solange die EU am Verhandlungstisch bleibt. Was die Zölle für Stahl und Aluminium betrifft, so wurde die Frage nicht behandelt, also bleiben sie weiter in Kraft.

. Mehr anekdotisch, aber doch erhellend: der neue, im letzten April gewählte Premierminister von Grönland, Kim Kielsen, hat seine parlamentarische Mehrheit nach ... Lesen