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Perspectives
pic geab 86 Umfassende weltweite Krise – Die geopolitische Neuordnung der Welt

In der Ausgabe des letzten Monats hatten wir vorhergesagt, dass die Ukraine-Krise die Voraussetzungen für einen heilsamen Ruck schaffen würde [1]. Aus Platzmangel und weil es viel offensichtlicher für den Rest der Welt ist, warum es zu diesem Ruck kommen wird, als für Europa, hatten wir in der Mai- Ausgabe des GEAB lediglich die Prämissen dieses Rucks auf der europäischen Seite herausgearbeitet. Diesen Monat wollen wir uns verstärkt auf die globalen Folgen der phänomenalen Beschleunigung aller Tendenzen konzentrieren, die in ihrer Gesamtheit die „Welt von Morgen[2]“ hervorbringen. Wie wir schon häufig schrieben: Sie sind schon lange wirksam, doch zeitigen erst heute die sichtbaren Veränderungen.

Am Ende eines Zeitraums von sechs Jahren, in der die normale Entwicklung des systemischen Übergangs von der alten zur neuen Weltordnung gehemmt war, weil durch eine künstliche Dollarschwemme die Welt in eine erneute Abhängigkeit von der amerikanischen Währung gebracht wurde, entwickelt sich heute Geschichte wieder entlang der Linien der schon lange wirksamen grundlegenden Trends.

Das soll in keiner Weise heißen, dass in den letzten sechs Jahren nichts Bedeutsames geschehen wäre. Zum einen sind die Amerikaner gescheitert, ihre Wirtschaft wieder anzukurbeln (wer daran noch Zweifel hatte, dürfte davon durch die Veröffentlichung der neusten Zahlen vom Mai 2014 [3] – die amerikanische Wirtschaft ist um 1% geschrumpft – geheilt sein), und die Lebenswirklichkeit der Amerikaner verschlechtert sich dramatisch (private Verschuldung[4], Altersversorgung[5], Finanzsituation der Städte [6] usw.); zum anderen haben die die Schwellenländer die Entwicklungspause – an deren Zustandekommen sie beteiligt waren – genutzt, um die letzten und unvermeidlich schmerzhaften Etappen der Krise vorzubereiten, die nun einsetzen.

Die Ukraine-Krise und die schwere Aggression gegen die legitimen Interessen eines der großen Akteure der sich herausbildenden multipolaren Welt, Russland, wie auch der amerikanische Versuch einer Annektierung Europas[7] markieren ihren Beginn. Die ganze Welt hat nun verstanden, dass die USA am Ende ihrer Kräfte sind, dass sie gefährlich geworden sind, und dass nun höchste Dringlichkeit besteht, die neue Weltordnung aus der Taufe zu heben.

Einige Länder waren durch die amerikanische Politik geradezu in die Enge getrieben und konnten nicht mehr anders, wie besonders Russland [8], das nun die Grundlagen für eine tiefgehende globale geopolitische Neuordnung schaffen muss, deren ersten Grundstein sie gerade mit der Unterzeichnung des Aufsehen erregenden Gasvertrags mit China [9] gelegt haben. Hier entsteht eine neue Energiestraße, die die globale Lage verändern wird. Wir werden darauf noch im Einzelnen zurückkommen.

Wir werden die Triebfedern und die Merkmale dieser großen globalen Neuordnung für drei Regionen untersuchen, auf die wir uns konzentrieren: Asien, der Nahe und Mittlere Osten und Europa. Zum Abschluss werden wir Leitlinien für mögliche Überlegungen zur notwendigen Neuordnungen der Beziehungen zwischen den Regionen vorlegen.

Inhalt der gesamten Veröffentlichung:
1. REGONALISIERUNG ALS GLOBALER TREND
2. ASIEN- WAS DER RUSSISCH-CHINESISCHE GASVERTRAG ÄNDERT
3. NAHER UND MITTLERER OSTEN – WAS SICH DURCH ASSADS SIEG IN SYRIEN ÄNDERT
4. USA – WAS SICH IN DER WELTWIRTSCHAFT ÄNDERT, WENN DER YUAN DEN DOLLAR ALS WICHTIGSTE GLOBALE WÄHRUNG ABLÖST
5. EUROPA- WAS ÄNDERT SICH DURCH DIE SCHWÄCHUNG DER GROSSEN LÄNDER (FRANKREICH, GROSSBRITANNIEN)
6. REGIONALE INTEGRATION – METHODISCHE ENTWICKLUNGEN
7. FREIHANDEL AUF DEM ... Lesen