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Perspectives
tempest 3 Erdöl, Währungen, Finanzmärkte, Soziales, Mittlerer Osten: Schwerste Stürme ziehen über die westlichen Staaten dahin

Seit nunmehr zwei Jahren analysieren wir beständig die wachsenden Risiken und die Wahrscheinlichkeiten für eine tiefe Krise im Erdölsektor aus verschiedenen Blickwinkeln (Spekulation, Geopolitik, technische Innovation, Wirtschaft, Geldpolitik usw.). Heute zweifelt niemand mehr daran, dass diese Krise nun ausgebrochen ist; damit obliegt dem GEAB nun, die Folgen dieser Krise zu analysieren, die wie mit der Kraft einer Atombombe die Pfeiler des alten Systems zum Einsturz bringt: Internationale Leitwährung, Finanzmärkte, USA, westliche Staatengemeinschaft, Weltordnung, Demokratie usw., all dies wird bald nicht mehr sein, wie es so lange nun war.

« Umfassende weltweite Krise : Das Ende des Westens, wie er nach dem 2. Weltkrieg entstanden war“

Wir beziehen uns hier noch einmal auf die entscheidende Vorhersage des GEAB vom Februar 2006, geschrieben von Franck Biancheri, in der der Ausbruch einer umfassenden weltweiten Krise unter der Überschrift „Das Ende des Westens, wie er nach dem 2. Weltkrieg entstanden war“ , angekündigt wurde(1). Diese Gemeinschaft der westlichen Staaten hat danach ihrem Zusammenbruch immerhin noch neun Jahre widerstanden (bzw. sieben, wenn man präziser ab dem Zeitpunkt des konkreten Krisenausbruchs 2008 – Subprime- Krise – rechnet). Während dieser Jahre hat sich der GEAB immer wieder bemüht, den Entscheidern alle Optionen für Lösungen aufzuzeigen, die ermöglicht hätten, die Krise so schnell und so schadensfrei wie möglich zu überwinden. Während die BRICS, wie von GEAB ebenfalls vorhergesagt, enorme Anstrengungen unternommen haben, um die Fundamente der Welt von Morgen zu legen, sind jedoch von westlicher Seite lediglich gelegentlich kleine Schritte in die richtige Richtung unternommen worden, über die wir auch immer berichtet haben. Aber heute, zum Jahresende 2014 und nach vielen Monaten einer Politik der Destabilisierung der europäisch- russischen Beziehungen (Ukraine-Krise), verspüren wir enorme Schwierigkeiten, für das nächste Jahr ein positives Szenario zu entwerfen.

2015 wird die westliche Welt, wie sie in der Nachkriegszeit entstanden war, vollständig zusammenbrechen. Das wird Schockwellen auslösen, die um die ganze Welt gehen werden, aber natürlich wird erster Leidtragender die USA sein. Die USA waren in Zeiten der Krise immer der sichere Hafen der westlichen Staatengemeinschaft. Wenn heute dort noch Ruhe und Sicherheit zu herrschen zu scheinen, dann nur, weil sich dort das Auge des Sturms befindet. Einige westliche Länder hatten angesichts der Schwierigkeiten und der egoistischen Politik der USA versucht, zu ihnen auf Distanz zu gehen; aber wegen der Ukraine-Krise konnten die USA ihre Verbindungen zu diesen Ländern wieder festigen und sie dazu bewegen, in den angeblich sicheren Hafen zurückzukehren. Doch wenn die USA untergehen werden, werden sie die Länder mit in den Abgrund ziehen, die bei ihnen verankert sind. Das sind natürlich in erster Linie die Staaten Europas, aber auch vor allen Dingen Israel. Und auch die Finanzmärkte und die Institutionen der Weltgovernance, die für ihr Funktionieren auf die Globalisierung „à l’americaine“ angewiesen sind, werden in den Zusammenbruch der USA mitgerissen werden.

Natürlich ist damit auch der globale Frieden bedroht, der aber sowieso nur noch ein hohles Wort ist. Aus Sicht Chinas, Indiens, Brasiliens, des Irans usw. ist „Friede“ nicht etwas, das mit dem Westen und seiner von den USA dominierten Politik in Verbindung gebracht wird. Was die „demokratischen Werte“ angeht, dient unsere Art und Weise, sie mit Leben zu erfüllen, eher der Abschreckung denn als Werbung. Inzwischen hat der Westen es geschafft, dass „Demokratie“ nur noch als relatives Konzept gilt, ... Lesen