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Perspectives
'Le Festin Des Dinosaures' exhibition at 'Le grand Palais', in Paris 1. Halbjahr 2015 – Öl, Mittlerer und Naher Osten, Charlie Hebdo … Die ultimativen Belastbarkeitsproben für das westliche Gesellschaftsmodell – Anpassung oder Untergang?

Da Europa offensichtlich nicht in der Lage ist, die Zukunft zu denken oder gar zu gestalten[1], verharrt die Welt von vor der Krise[2], « die Welt von Gestern »  in einer Trotzstarre, verheddert sich in ihren ideologischen Fallstricken und leiert unaufhörlich und bis zum Abwinken ihre „Wahrheiten“ der Vergangenheit herunter. Sein erbärmliches Verhalten beeinflusst die Entwicklung der „Welt von Morgen“, die damit weniger multipolar und viel chinesischer sein wird;  und in der der Westen über deutlich geringeren Einfluss verfügen wird. Der Westen glaubt von sich, das Maß aller Dinge zu sein und verspielt in seiner Selbstüberschätzung seine Zukunft. Denn die Zukunft gehört nur dem, der sich anzupassen vermag. Aber das vermag nur jemand zu verstehen, der die Darwin’sche Entwicklungstheorie[3] akzeptiert und dem Kreationismus abgeschworen hat[4].

2015 werden die « Welt von Gestern » und die « Welt von Morgen » nicht ineinander übergehen, sondern nebeneinander bestehen. In der aberwitzigen Hoffnung, seine Welt zu retten, wird der Westen alles daran setzen, deren wichtigen Parameter zu retten: Finanzmärkte, Banken, Dollar, Nato, Unilateralismus, Wirtschaftsliberalismus usw.

Jedoch entsteht gerade ein neues System (China, BRICS, Neu-Europa, Internet), das maßgeblich Einfluss auf die Art und Weise nehmen wird, wie die gigantischen Probleme des ersten Quartals gemeistert werden. Der Ausgang dieses Kampfes wird über die Natur des zweiten Semesters entscheiden: Beginn der Anpassung der ‚Welt von Gestern“ an die Realitäten des 21. Jahrhunderts oder Beharren auf Fehlentwicklungen des Systems, bis hin zu einem Abdriften in ein totalitäres System; damit würde mittelfristig (maximal 5 Jahre) die Bedingungen für einen Untergang des Westen im kollektiven Selbstmord geschaffen. Und die Europäer wissen sehr genau, was das bedeutet.

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Je suis Charlie  – est-ce vrai?[5]

Wir hatten es vorhergesagt, dass die Explosion der Spannungen im Mittleren Osten umgehend auf die europäischen Staaten durchschlagen und unsere Demokratien großen Gefahren aussetzen würde[6].

Die Ukrainekrise hat die strukturelle Schwäche des europäischen politischen Systems offengelegt, das von seinen Bürgerinnen und Bürgern abgekoppelt ist. Europa hat 2014 mit großem Schrecken erkennen müssen, dass es nicht in der Lage wäre, einen Krieg in Europa zu verhindern; 2015 gelingt in Europa die Rückkehr der Politik: Die Kommission Juncker ist fest entschlossen, ihrer Arbeit n die notwendige politische Legitimation zu verschaffen, die nationalen Regierungen erkennen endlich, dass für Europa die Stärke in der politischen Union liegt und die Bürgerinnen und Bürger engagieren sich massiv.

All das wäre eher beruhigend, wenn all dies sich in einem weitgehend gefestigten System und einer stabilen Gesellschaft abspielte. Aber dies ist nicht der Fall. Vielmehr steht Europa bevor, durch Terroraktionen erschüttert zu werden, begangen von Einzelnen oder Gruppen, die zwar in Europa leben, aber hier schlecht integriert sind und sich direkt betroffen und angegriffen fühlen von den schrecklichen Entwicklungen im Mittleren Osten. In einem solchen Kontext kann die Rückkehr der Politik auch ungewünschte Formen annehmen.

Den schrecklichen Auftakt bildeten der Anschlag gegen die Redaktion des französischen Satireblatts Charlie Hebdo und die Folgeverbrechen. Das hätte natürlich den Anlass für ein Aufflammen des Rassismus in Frankeich und darüber hinaus in ganz Europa sowie für freiheitsbeschränkende Sicherheitsmaßnahmen bieten können.

Aber diesmal wurden die Menschen in Europa positiv überrascht : Francois Hollande gelingt eine beinahe perfekte Krisenkommunikation; er nutzt die verständliche Furcht vor einer sozialen Explosion, um die kollektive Emotion, die sehr wohl ins ... Lesen