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Perspectives
pic geab 92 Nato, QE, Syriza, Ukraine, Israel: Der Übergang in die Welt von Morgen nimmt Fahrt auf

Die schreckliche Ukrainekrise 2014 stellte die Trennungslinie zwischen der Welt von Gestern und der von Morgen dar. Eine Umkehr ist nun nicht mehr möglich, die Welt von Gestern wird verschwinden. Und sie wird im Chaos und der Radikalisierung eines Systems verschwinden, das damit auch sein Wesen einbüßen wird; oder sie wird sich an die Veränderungen der Welt von Morgen anpassen. So einfach ist die Alternative und sie lässt sich in der einfachen Frage zusammenfassen: Krieg oder Frieden? Unabhängig von der Antwort ist jedoch die Welt von vor der Krise nun wirklich die Welt von Gestern, der keine Sonne mehr scheint.

Wenn sich der Staub der Kämpfe gelegt haben wird, wird man endlich am Horizont die Landschaften der Welt von Morgen und die Wege, die dorthin führen, wahrnehmen können. Einige dieser Wege sind breit wie Autobahnen. Auch  wenn wir mit Sorgen sehen, dass jederzeit noch Hindernisse auf diesen Wegen auftauchen können, halten wir es dennoch für eine gute Sache, dass zumindest die Sicht auf diese neue Weltordnung möglich ist. Denn die großen Unglücke der Geschichte ereignen sich häufig, wenn die Menschen oder die herrschenden Systeme keinen Ausweg mehr aus ihren Schwierigkeiten sehen.

In dieser Ausgabe wollen wir daher, auch unter dem Risiko, naiv zu erscheinen, uns auf die Wege in die Zukunft zu konzentrieren, die weit vor uns nun erkennbar werden. Die Politische Antizipation stellt sich auch die Aufgabe, die Zukunft zu de-dramatisieren. Wieder einmal möchten wir daran erinnern, dass der gegenwärtige Kampf um die Zukunft, in dem die Ukrainekrise die auffälligste Konkretisierung darstellt, zwischen Kräften, die sich auf den Weg in die Zukunft begeben wollen, und solchen, die sich dem Lauf der Geschichte entgegenstellen, ausgefochten wird.

Unsere Pressemitteilung enthält diesmal einen Auszug aus der aktuellen Ausgabe des GEAB, der sich der Analyse der Fogen des Syriza- Sieges bei den griechischen Parlamentswahlen widmet.

Syriza : Katalysator der politischen und institutionellen Reform Europas

Wir haben schon unserer Auffassung Ausdruck verliehen, dass die Übernahme der Kommissionspräsidentschaft durch Jean- Claude Juncker einen Paradigmenwechsel in Brüssel herbeiführt. Juncker selbst sieht die „letzte Chance“[1] gekommen, um die Idee der europäischen Integration wieder mit den Menschen in Europa in Verbindung zu bringen (was man auch Demokratisierung nennen könnte) und  warnt eindeutig vor der Gefahr, dass sonst die gesamte Idee der europäischen Integration, wie sie von den Gründungsvätern gewollt war[2], scheitern könnte.

Und nun tritt zu dieser neuen Selbsterkenntnis und dem entsprechenden politischen Willen an der Spitze der zentralen europäischen Institution die Wahl einer neuen, im bisherigen System nicht verankerten Partei in Griechenland, Syriza[3], die mit einem Bekenntnis zu einer klaren Politik angetreten ist : Die europäischen Institutionen seien auch den Interessen der Menschen in Griechenland verpflichtet. Und das Interesse der Griechen ist auch das von vielen anderen Menschen in den Ländern Europas, die der Austeritätspolitik ausgesetzt sind, allen voran Portugal und Spanien, aber auch darüber hinaus. Für all diese Menschen quer durch die Eurozone verkörpert Tsipras eine politische Hoffnung[4].

Dass mit einem Mal Syriza in die gediegene Atmosphäre des europäisch politisch- institutionellen Systems hereinplatzt wie der arme Cousin vom Land in die Feier der reichen Familie, ist ein wahrer Katalysator für Reformen. Und eines fällt auf: Wenn ... Lesen