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Perspectives
pic geab 94 2015 – Der globale Crash bleibt aus

Wir hätten auch folgende Überschrift für unseren Artikel wählen können: « Nein, die Kurssprünge an den chinesischen Aktienmärkten sind keine Blase ». Der wahnwitzige Kursanstieg von 100% an der Shanghaier Börse in nur einem Jahr ist sicherlich angsteinflößend, aber er ist lediglich die Folge einer echten Dynamik (oder vielmehr einer Aufholjagd) der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes. Wie sollte denn auch echtes Geld, nämlich die Sparguthaben der Chinesen, das in echte Bedürfnisse investiert wird, nämlich Infrastrukturen, Sozialsysteme, Umweltschutz, Seidenstraße usw., eine Blase bilden?

Wir wollen auf die Inkohärenz hinweisen, die darin besteht, wegen Kursanstiegen an Finanzplätzen, die sich in Gegenden offensichtlich dynamischer wirtschaftlicher Entwicklung wie China befinden, in Panik zu geraten, während in Wirklichkeit die gesamte Welt sich schon seit vielen Jahren fragen müsste, wie es möglich ist, dass an den westlichen Aktienmärkte die Kurse steil nach oben gehen, ohne dass dies durch wirtschaftliche Grunddaten gerechtfertigt wäre, was insbesondere für den Fall USA zutrifft. Ja, die Aktienmärkte in den USA sind im Blasenmodus, wie auch, etwas abgeschwächt, die von Japan und Europa. Aber die Befreiung der Dynamiken der Schwellenländer, die nun ihre Infrastruktur so ausbauen wie es für ihre Wirtschaftsentwicklung notwendig ist, ist dabei, alle diese Blasen zu absorbieren, um eine Wirtschaftsentwicklung von einem Maßstab, wie es sie noch nie gegeben hat, zu finanzieren. Damit wird der globale Crash ausbleiben, weil heute etwas entstanden ist, was man mit Fug und Recht „globaler Finanzmarkt“ nennen kann.

Von der Globalisierung zur Globalität: Das System erreicht eine neue Dimensionsstufe

Es liegt nur am Westen, diese fantastische Gelegenheit zu nutzen. Auf der einen Seite gibt es den unüberwindlichen Berg an Problemen für die USA – die Wirtschaft gleitet erneut in die Rezession ab[1], die Armut greift immer weiter um sich[2], die Einkommen der unteren 80% der Gesellschaft gehen seit wiederum zwei Jahren zurück[3], in einer historischen Dürre verbrennt Kalifornien, wieder droht im November ein shutdown[4] und die Möglichkeit einer Zahlungsunfähigkeit der Bundesregierung, die Börsenkurse[5] haben sich von der Realwirtschaftsentwicklung gelöst usw.

communiqueSchaubild 5 – Entwicklung der Einkommen pro Fünftel, von Juli 2012 – Juli 2013 und Juli 2013- Juli 2014. Quelle: Bloomberg.

 Auf der anderen Seiten gibt es im Rahmen einer globalen Zusammenarbeitslogik die vielversprechenden Aussichten der BRIICS.

Unsere Leser wissen gut, wie sehr wir im letzten Jahr beunruhigt waren über das Risiko, dass der Westen sich vom Rest der Welt abschotten könnte. Seit drei Monaten haben wir wieder den Faden unserer Vorhersagen über das Entstehen einer multipolaren Welt aufgenommen, schreiben über die Herausforderungen ihrer Organisation und die Hindernisse, die auftauchen und ihre Entwicklung behindern könnten. Dank der Einigung mit dem Iran gibt die voraussichtliche Entwicklung  der Welt auf einen Schlag wieder Grund zur Begeisterung. Denn die Probleme, vor denen sie heute steht, sind lediglich Herausforderungen, die gemeistert werden müssen, und nicht mehr tödliche Gefahren. Und Lösungen für diese Herausforderung gibt es wahrlich.

Diese Herausforderungen sind zahllos: Verheerungen der umfassenden weltweiten Krise, die noch zu beseitigen sind, wie auch strukturelle Probleme, die gemeinsam angegangen werden müssen. Aber die Maschine dreht sich wieder und sie ist zum ersten Mal in der Geschichte global. Dieser Übergang von einer westlichen zu einer ... Lesen