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Wie sehen die europäischen Privatbanken morgen aus?

Wenn sich die digitalen Währungen der Zentralbanken allgemein verbreiten, sollte innerhalb von 10 Jahren die Rolle der Geldemission, die vor fast 50 Jahren anfing, den Zentralbanken zu entkommen[1], ihnen durch die Wiedererlangung der Transaktionsmacht wieder zufallen („What if, instead, central banks entered a partnership with the private sector—banks and other financial institutions—and said: you interface with the customer, you store their wealth, you offer interest, advice, loans. But when it comes time to transact, we take over.“). Die Privatbanken hätten die Zuständigkeit, eine Schnittstelle zwischen den Zentralbanken und den Unternehmen und Einzelpersonen herzustellen, um einerseits Sachverhalte zu analysieren und andererseits die Kunden zu beraten. Abgesehen davon würden die Kundenkonten direkt bei den Zentralbanken eröffnet („an account held directly at the central bank, available to people and firms for retail payments“) und von den Kunden selbst online verwaltet werden, wie es bereits seit langem der Fall ist (Kontoüberwachung, Überweisungen, usw.), als Teil einer Disintermediation (Ausschaltung der Vermittlung) der Verbindung zwischen den „Banken der letzter Instanz“ und den Nutzern („a digital currency would be a liability of the state, like cash today, not of a private firm“).

Abbildung – Penetrationsrate des Online-Banking für ausgewählte europäische Länder, 2017. Quelle: Eurostat.

 

Was Europa betrifft, so stellt sich natürlich die Frage, ob die „Bank der letzten Instanz“ die Nationalbank oder die Europäische Bank ist. Angesichts des derzeitigen Umfelds stellen wir uns eine europäische Ebene der Koordinierung der Geldpolitik, eine nationale Ebene der Geldemission und Investoren (privat, öffentlich und Einzelpersonen) vor, die durch eine Kapitalmarktunion vernetzt und um Geschäftszentren[2] unter der Führung unserer vielzitierten Privatbanken strukturiert sind.

Wie Sie verstanden haben, würde diese Art von Mechanismus es den staatlichen oder überstaatlichen Strukturen ermöglichen, in Teilen die Kontrolle über die Entscheidung und Finanzierung großer Infrastrukturprojekte zu übernehmen, die sich einer Finanzierung entziehen, die derzeit zwangsläufig von schnellen Gewinnen angezogen wird (Schwellenländer, Immobilien, Tages-Startups und andere Blasen).

Auf dem langen Weg zur Digitalisierung des internationalen Währungssystems ist der nächste Schritt der G20-Gipfel in Osaka, bei dem natürlich das Thema Kryptoregulierung auf der Tagesordnung steht[3].

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[1]      Derzeit sind mehr als 90% der Geldemission Buchgeld, gegen weniger als 10% Fiat-Geld (Bargeld). Quelle: Centre National du Trading, 18/03/2017

[2]      …. insbesondere letztlich im Sinne von Finanzberatung: Es ist die Finanzexpertise der Banken, die in der heutigen Welt, in der alle technischen Funktionen im Zusammenhang mit der Verwahrung von physischem Geld im Retail Banking verschwunden sind, als Dienstleistung von Wert ist. Diese Expertise muss jedoch auf alle neuen Akteure im Finanzsystem 2.0 ausgedehnt werden.

[3]      Quelle: Bitcoin.com, 08/06/2019

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