{"id":2672,"date":"2015-01-15T18:21:02","date_gmt":"2015-01-15T17:21:02","guid":{"rendered":"https:\/\/geab.eu\/\/premier-semestre-2015-petrole-moyen-orient-charlie-hebdo-derniers-tests-de-resilience-du-modele-occidental-suicide-ou-adaptation-3\/"},"modified":"2023-10-17T11:18:57","modified_gmt":"2023-10-17T09:18:57","slug":"1-halbjahr-2015-ol-mittlerer-und-naher-osten-charlie-hebdo-die-ultimativen-belastbarkeitsproben-fur-das-westliche-gesellschaftsmodell-anpassung-oder-untergang-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/geab.eu\/de\/1-halbjahr-2015-ol-mittlerer-und-naher-osten-charlie-hebdo-die-ultimativen-belastbarkeitsproben-fur-das-westliche-gesellschaftsmodell-anpassung-oder-untergang-2\/","title":{"rendered":"1. Halbjahr 2015 \u2013 \u00d6l, Mittlerer und Naher Osten, Charlie Hebdo \u2026 Die ultimativen Belastbarkeitsproben f\u00fcr das westliche Gesellschaftsmodell \u2013 Anpassung oder Untergang?"},"content":{"rendered":"<p>Da Europa offensichtlich nicht in der Lage ist, die Zukunft zu denken oder gar zu gestalten<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a>, verharrt die Welt von vor der Krise<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a>, \u00ab\u00a0die Welt von Gestern\u00a0\u00bb\u00a0 in einer Trotzstarre, verheddert sich in ihren ideologischen Fallstricken und leiert unaufh\u00f6rlich und bis zum Abwinken ihre \u201eWahrheiten\u201c der Vergangenheit herunter. Sein erb\u00e4rmliches Verhalten beeinflusst die Entwicklung der \u201eWelt von Morgen\u201c, die damit weniger multipolar und viel chinesischer sein wird;\u00a0 und in der der Westen \u00fcber deutlich geringeren Einfluss verf\u00fcgen wird. Der Westen glaubt von sich, das Ma\u00df aller Dinge zu sein und verspielt in seiner Selbst\u00fcbersch\u00e4tzung seine Zukunft. Denn die Zukunft geh\u00f6rt nur dem, der sich anzupassen vermag. Aber das vermag nur jemand zu verstehen, der die Darwin\u2019sche Entwicklungstheorie<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a> akzeptiert und dem Kreationismus abgeschworen hat<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a>.<\/p>\n<p>2015 werden die \u00ab\u00a0Welt von Gestern\u00a0\u00bb und die \u00ab\u00a0Welt von Morgen\u00a0\u00bb nicht ineinander \u00fcbergehen, sondern nebeneinander bestehen. In der aberwitzigen Hoffnung, seine Welt zu retten, wird der Westen alles daran setzen, deren wichtigen Parameter zu retten: Finanzm\u00e4rkte, Banken, Dollar, Nato, Unilateralismus, Wirtschaftsliberalismus usw.<\/p>\n<p>Jedoch entsteht gerade ein neues System (China, BRICS, Neu-Europa, Internet), das ma\u00dfgeblich Einfluss auf die Art und Weise nehmen wird, wie die gigantischen Probleme des ersten Quartals gemeistert werden. Der Ausgang dieses Kampfes wird \u00fcber die Natur des zweiten Semesters entscheiden: Beginn der Anpassung der \u201aWelt von Gestern\u201c an die Realit\u00e4ten des 21. Jahrhunderts oder Beharren auf Fehlentwicklungen des Systems, bis hin zu einem Abdriften in ein totalit\u00e4res System; damit w\u00fcrde mittelfristig (maximal 5 Jahre) die Bedingungen f\u00fcr einen Untergang des Westen im kollektiven Selbstmord geschaffen. Und die Europ\u00e4er wissen sehr genau, was das bedeutet.<\/p>\n<p><em>\u00a0In <\/em><em>dieser Pressemitteilung, Sie werden lesen\u00a0Sektion Perspektiven, Kapiteln :<\/em><\/p>\n<p><strong>Je suis Charlie\u00a0 &#8211; est-ce vrai?<\/strong><a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a><\/p>\n<p>Wir hatten es vorhergesagt, dass die Explosion der Spannungen im Mittleren Osten umgehend auf die europ\u00e4ischen Staaten durchschlagen und unsere Demokratien gro\u00dfen Gefahren aussetzen w\u00fcrde<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a>.<\/p>\n<p>Die Ukrainekrise hat die strukturelle Schw\u00e4che des europ\u00e4ischen politischen Systems offengelegt, das von seinen B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern abgekoppelt ist. Europa hat 2014 mit gro\u00dfem Schrecken erkennen m\u00fcssen, dass es nicht in der Lage w\u00e4re, einen Krieg in Europa zu verhindern; 2015 gelingt in Europa die R\u00fcckkehr der Politik: Die Kommission Juncker ist fest entschlossen, ihrer Arbeit n die notwendige politische Legitimation zu verschaffen, die nationalen Regierungen erkennen endlich, dass f\u00fcr Europa die St\u00e4rke in der politischen Union liegt und die B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger engagieren sich massiv.<\/p>\n<p>All das w\u00e4re eher beruhigend, wenn all dies sich in einem weitgehend gefestigten System und einer stabilen Gesellschaft abspielte. Aber dies ist nicht der Fall. Vielmehr steht Europa bevor, durch Terroraktionen ersch\u00fcttert zu werden, begangen von Einzelnen oder Gruppen, die zwar in Europa leben, aber hier schlecht integriert sind und sich direkt betroffen und angegriffen f\u00fchlen von den schrecklichen Entwicklungen im Mittleren Osten. In einem solchen Kontext kann die R\u00fcckkehr der Politik auch ungew\u00fcnschte Formen annehmen.<\/p>\n<p>Den schrecklichen Auftakt bildeten der Anschlag gegen die Redaktion des franz\u00f6sischen Satireblatts <a href=\"http:\/\/fr.wikipedia.org\/wiki\/Charlie_Hebdo\">Charlie Hebdo<\/a> und die Folgeverbrechen. Das h\u00e4tte nat\u00fcrlich den Anlass f\u00fcr ein Aufflammen des Rassismus in Frankeich und dar\u00fcber hinaus in ganz Europa sowie f\u00fcr freiheitsbeschr\u00e4nkende Sicherheitsma\u00dfnahmen bieten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Aber diesmal wurden die Menschen in Europa positiv \u00fcberrascht\u00a0: Francois Hollande gelingt eine beinahe perfekte Krisenkommunikation; er nutzt die verst\u00e4ndliche Furcht vor einer sozialen Explosion, um die kollektive Emotion, die sehr wohl ins Rassistische h\u00e4tte gleiten k\u00f6nnen, in Richtung einer pr\u00e4zisen Differenzierung zwischen Islam und Islamismus und der Bekenntnis zu\u00a0 Solidarit\u00e4t mit den B\u00fcrgern anderer Religionen und nationalem Zusammenhalt zu lenken.<\/p>\n<p>Am 11. Januar demonstrieren beinahe vier Millionen Menschen in Paris, Frankreich und der Welt, in Paris <em>angef\u00fchrt<\/em> von 40 Staats- und Regierungschefs<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a>\u00a0; das ist wahrlich ein historisches Ereignis und strahlt eine gute Botschaft aus, auch wenn man sich Fragen zur wahren Motivation vieler Teilnehmer stellen kann.<\/p>\n<p>Die war sicherlich vielf\u00e4ltig\u00a0: Bekr\u00e4ftigung der republikanischen Werte und Sorge um den Bestand der Demokratie, Ausdruck der Verzweiflung \u00fcber eine unzureichend integrierte islamische Minderheit, das Bem\u00fchen, Gem\u00e4\u00dfigte aller religi\u00f6sen Gemeinschaften zu versammeln, Ruf nach Sicherheit und Ordnung, Ruf nach Freiheit, Rassismus und Toleranz\u2026 von allem etwas gab es in diesem Marsch gegen die Attentate. Aber letztendlich, und darauf kommt es in der Summe an, war die Nachricht eine von Offenheit und Gemeinsinn und damit ein Erfolg.<\/p>\n<p>Aber diese Megademonstration ist nicht das Ende der Geschichte. Nach den Attentaten explodierte die Zahl der anti-islamischen \u00dcbergriffe. Die Polizei ist gereizt und kontrolliert junge Araber, wo immer sie ihr begegnen. Es gibt Stimmen, die eine europ\u00e4ische Gesetzgebung im Stil des US- Patriot Act verlangen. Viele Muslime finden die neue Titelseite von Charlie Hebdo mit einer weiteren Karikatur ihres Propheten gar nicht lustig\u2026 Das alles sind Hinweise darauf, dass die konkrete Gefahr besteht, dass die Religionsgemeinschaften und Ethnien sich weiter fanatisieren k\u00f6nnten und damit auch die Gefahr von Gewaltausbr\u00fcchen w\u00e4chst.<\/p>\n<p>Im \u00dcbrigen bedeuten die Forderungen nach radikaler Meinungsfreiheit auch das Ende des Tabus der Kritik an Israel und den Juden. Wenn die Mohammed- Karikaturen nicht unter Rassismus fallen, besteht auch die Gefahr, dass gewisse andere \u201eWitze\u201c auch nicht mehr als \u201eantisemitisch\u201c eingestuft werden. Eigentlich ist es eine gute Sache, dass wieder verst\u00e4rkt das Recht eingefordert wird, auch \u00fcber Dinge Witze zu rei\u00dfen, die andere f\u00fcr sich als heilig erkl\u00e4rt haben, aber der Zeitpunkt ist alles andere als g\u00fcnstig. Jeder muss sich dar\u00fcber im Klaren sein, dass 2015 ein massives Risiko f\u00fcr rassistische und antisemitische Exzesse besteht.<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\">[8]<\/a>.<\/p>\n<p>Dabei erlauben die franz\u00f6sischen und europ\u00e4ischen Gesetze, die mit dem geschichtlichen Wissen um die Gefahr von Religionskriegen und allgemeiner Intoleranz entstanden sind, keine grenzenlose Meinungsfreiheit. Dies mag in den USA anders sein, wo die Meinungsfreiheit praktisch keine Einschr\u00e4nkungen kennt<a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\">[9]<\/a>, auch wenn sie de facto als solche nur im nicht-politischen Raum praktiziert wird. Die politischen Organe und Personen pflegen hingegen einen sehr bedachten Diskurs unter st\u00e4ndiger Beobachtung des ungeschriebenen Codes der politischen Korrektheit, insbesondere wenn es um Fragen von Minderheiten und Religion geht. In Europa wurde der Idee der politischen Korrektheit hingegen weniger Raum gegeben, weil die Meinungsfreiheit schon gesetzlich enger gefasst ist.<\/p>\n<p>Eines ist sicher: Wenn die europ\u00e4ischen Muslime von nun an alle schlechten Witze \u00fcber ihre Religion und Kultur<a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\">[10]<\/a>\u00a0 im Namen der sakrosankten Meinungsfreiheit akzeptieren m\u00fcssen, vergleichbares gegen\u00fcber Homosexuellen, Juden etc. aber verp\u00f6nt bleibt, treibt dies in unsere Gesellschaft den Keil noch tiefer. Es muss also sichergestellt werden, dass diese Forderung nach beinahe schrankenloser und damit respektloser Meinungsfreiheit zu gleichem Ma\u00dfen gegen\u00fcber allen gesellschaftlichen Gruppen ausge\u00fcbt wird. Sonst ist damit zu rechnen, dass eine Welle von Provokationen und rassistischen Beleidigungen \u00fcber Europa zusammenschl\u00e4gt. Auch bei der Meinungsfreiheit gibt es ein Ma\u00df und auch Meinungsfreiheit muss mit Respekt und Verantwortung ausge\u00fcbt werden.<\/p>\n<p>Nach dem 11. Januar 2015 bleiben nicht nur die Erinnerungen an eine fantastische b\u00fcrgerliche Mobilisation, sondern auch viele Fragen \u00fcber die M\u00f6glichkeiten, die sich unserer Gesellschaft bieten, die aufkommende rassistische Gewalt unter Beachtung unserer demokratischen Grundprinzipien einzud\u00e4mmen. Das wird im Jahr 2015 die gro\u00dfe politische Aufgabe sein.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.europe2020.org\/payment\/index.php?lang=ge\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 In dieser umfassenden weltweiten Krise fiel Europa eine historische Rolle des Wegbereiters einer neuen multipolaren Weltordnung zu, die so sehr auch seinem eigenen Wesen entspricht. Seit der Ukrainekrise hat es aber seine Glaubw\u00fcrdigkeit verspielt, die ihr erm\u00f6glicht h\u00e4tte, diese Rolle auszuf\u00fcllen. Die Ukrainekrise hat bis zu einem gewissen Grad Europa der F\u00e4higkeit beraubt, Katalysator des \u00dcbergangs zu sein. Die Kr\u00e4fte, die sich dagegen stemmen, dass Europa diese Rolle ausf\u00fcllt, sind immens und trotz der Anstrengungen einer wachsenden Zahl von Akteuren in Europa bleibt wahrscheinlich, dass nach dem ersten Quartal nichts Positives zu Buche schlagen wird. Aber die Widerstandsf\u00e4higkeit Europas wird nun getestet und es gibt auch einige Elemente, die hoffungsvoll stimmen. Noch ist die Lage undurchsichtig. Wir werden daher erst zu einem sp\u00e4teren Zeitpunkt unsere Vorhersagen f\u00fcr das zweite Quartal vorlegen.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Der Begriff \u00ab\u00a0Welt von vor der Krise\u00a0\u00bb wurde von Franck Biancheri in seinem Buch \u00ab\u00a0Nach der Krise \u2013 Auf dem Weg in die Welt von Morgen\u00a0\u00bb (Verlag Anticipolis 2009) gepr\u00e4gt\u00a0; es ist die Weltordnung, wie sie nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden war, also eine Welt der sich gegen\u00fcberstehenden Bl\u00f6cke, bis nach der Aufl\u00f6sung des Ostblocks eine Welt unter Dominanz der USA entstand, die heute nicht in der Lage ist, ihren Platz in der entstehenden neuen multipolaren Weltordnung zu finden und damit die Welt einem immensen Konfliktpotential aussetzt.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Merkw\u00fcrdigerweise wird diese Theorie, die in der Wissenschaft anerkannt ist, gesellschaftlich verst\u00e4rkt angezweifelt und abgelehnt. Quelle:\u00a0 <a href=\"http:\/\/leplus.nouvelobs.com\/contribution\/568663-pourquoi-la-theorie-de-l-evolution-de-darwin-est-elle-autant-detestee.html\">NouvelObs<\/a>, 12\/06\/2012<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Religi\u00f6ser Glaube, dass die Welt durch einen Akt eines sch\u00f6pferischen Gottes entstanden sei und explizites Gegenmodell zur Evolutionstheorie. Quelle\u00a0: <a href=\"http:\/\/fr.wikipedia.org\/wiki\/Cr\u00e9ationnisme\">Wikip\u00e9dia<\/a>.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Ich bin Charlie- bin ich es wirklich?<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Im letzten Monat schrieben wir: \u00ab\u00a0Abgesehen von einer Ausbreitung des regionalen Konflikts zu einem Weltkonflikt\u00a0 (\u2026) ist momentan besonders beunruhigend, dass ein Hassausbruch zwischen den Religionsgemeinschaften dieser Region auch Folgen in Europa zeitigen w\u00fcrde. Schon heute ist die verbale Gewalt zwischen Juden und Arabern enorm und teilweise kommt es auch schon zu Zusammenst\u00f6\u00dfen. Es wird sicherlich in Europa zu einem Anstieg von Antisemitismus und Rassismus kommen, wenn die Dinge so ablaufen, wie wir oben geschildert haben. Und die Gewaltausbr\u00fcche werden in unseren schon geschw\u00e4chten Demokratien dazu f\u00fchren, dass die Staaten sich au\u00dferstande f\u00fchlen werden, sie im Rahmen von Rechtsstaatlichkeit unter Kontrolle zu halten. Quelle\u00a0: <a href=\"https:\/\/geab.eu\/\/\">GEAB N\u00b090<\/a>, 15\/12\/2014<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Auch wenn sich inzwischen herausgestellt hat, dass sie den Demonstrationszug mit deutlichem (Sicherheits-) Abstand vom einfachen Volk \u201eangef\u00fchrt\u201c haben.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Die erneute Ver\u00f6ffentlichung der Charlie Hebdo \u2013 Karikaturen in der t\u00fcrkischen, erdogankritischen Zeitung Cumhumuriyet ist ein erschreckendes Beispiel f\u00fcr das destabilisierende Potential dieser Provokationen und ihrer Verwendung von Medien, \u00fcber deren Ziele man nur spekulieren kann. Im gegenw\u00e4rtigen Chaos des Mittleren Ostens erf\u00fcllt eine solche Provokation, mit der Erdogan destabilisiert werden soll, geradezu den Tatbestand des Hochverrats. Die T\u00fcrken haben im Gegensatz zu den Europ\u00e4ern nicht die Entschuldigung, sich \u00fcber den symbolischen Charakter dieser Zeichnungen nicht bewusst zu sein.\u00a0 Daran l\u00e4sst sich erkennen, in welch gef\u00e4hrlichem Terrain sich Europa und die Welt bewegen. Quelle: <a href=\"http:\/\/www.bbc.co.uk\/news\/world-europe-30817361\">BBC<\/a>, 15\/01\/2015<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Quelle\u00a0: <a href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Freedom_of_speech_in_the_United_States\">Wikipedia<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref10\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0 Schlie\u00dflich ist die menschliche bildliche Darstellung im Islam ganz allgemein verboten. Damit haben die Muslime, auch wenn sie in einer modernen und damit von Bildern dominierten Gesellschaft leben, Schwierigkeiten, die ultimativ verbotene Darstellung, die des Propheten Mohammeds, zu akzeptieren. Solche Bilder schockieren auch moderate Muslime. Wenn man von Muslimen erwartet, dass sie solche Darstellungen akzeptieren, ist dies f\u00fcr sie nicht gleichbedeutend mit einer Forderung nach Akzeptanz der Trennung von Religion und Staat, sondern eine Versuch, sie zu zwingen, ihre Religion aufzugeben, wozu sie nicht bereit sind. Dar\u00fcber muss man sich im Klaren sein, wenn man einen Weg aus der Sackgasse finden m\u00f6chte, in der sich die europ\u00e4ischen Gesellschaften gerade befinden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Da Europa offensichtlich nicht in der Lage ist, die Zukunft zu denken oder gar zu gestalten[1], verharrt die Welt von vor der Krise[2], \u00ab\u00a0die Welt von Gestern\u00a0\u00bb\u00a0 in einer Trotzstarre, verheddert sich in ihren ideologischen Fallstricken und leiert unaufh\u00f6rlich und bis zum Abwinken ihre \u201eWahrheiten\u201c der Vergangenheit herunter. 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