{"id":43932,"date":"2018-02-24T22:03:47","date_gmt":"2018-02-24T21:03:47","guid":{"rendered":"https:\/\/geab.eu\/\/de\/systeme-financier-europeen-2022-deconnexion-de-la-city-et-multipolarisation-des-places-financieres-de-la-zone-euro\/"},"modified":"2023-10-17T11:23:31","modified_gmt":"2023-10-17T09:23:31","slug":"systeme-financier-europeen-2022-deconnexion-de-la-city-et-multipolarisation-des-places-financieres-de-la-zone-euro","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/geab.eu\/de\/systeme-financier-europeen-2022-deconnexion-de-la-city-et-multipolarisation-des-places-financieres-de-la-zone-euro\/","title":{"rendered":"Europ\u00e4isches Finanzsystem 2022: Abkopplung der  City und Multi-Polarisierung der Finanzzentren in der Eurozone"},"content":{"rendered":"<p>\u201eBrexit bedeutet Brexit\u201c<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a>. F\u00fcr Theresa May gibt es den \u201eweichen Brexit\u201c nicht: ein Ausstieg aus der Europ\u00e4ischen Union ist zwangsl\u00e4ufig gleichbedeutend mit einem Ausstieg aus dem Gemeinsamen Binnenmarkt. \u201eBrexit\u201c bedeutet f\u00fcr die britische Regierung also \u201eharter Brexit\u201c. Im GEAB Nr. 103 hat unser Team bereits die M\u00f6glichkeit beschrieben, dass sich die City 2020 \u201ean der Peripherie des europ\u00e4ischen Kontinents\u201c<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a> wiederfindet. Mit der Aushandlung des Scheidungsvertrags kommen die ersten durch den schwierigen, aber unvermeidlichen Bruch verursachten Umz\u00fcge. Und wie bei jeder Scheidung teilen die ehemaligen Ehepartner das Mobiliar auf. In diesem Fall verlagern die Finanzunternehmen ihre R\u00e4umlichkeiten, Immobilienwerte und Mitarbeiter auf den Kontinent<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a> .<\/p>\n<p>Auf europ\u00e4ischer Seite hat der Chefunterh\u00e4ndler der Europ\u00e4ischen Kommission Michel Barnier erkl\u00e4rt, dass \u201ees f\u00fcr die City keine Extrawurst geben wird\u201c<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a>. Kein anderes Handelsabkommen mit einem Drittstaat deckt derzeit die Finanzdienstleistungen ab. Die Kommission will um jeden Preis aus Angst vor einem Dominoeffekt<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a> ein Spezialabkommen f\u00fcr Gro\u00dfbritannien vermeiden. F\u00fcr Br\u00fcssel w\u00fcrde das sogar das Funktionieren der Union gef\u00e4hrden, da es den Zorn der L\u00e4nder, die sich an die europ\u00e4ischen Richtlinien halten, auf sich ziehen w\u00fcrde.\t\t<div class=\"oct_article_subscribe \">\n\t\t\t<div class=\"oct_article_content_suscribe\">\n\t\t\t\t<div class=\"oct_article_content_suscribe__button \">\n\t\t\t\t\t<div class=\"oct_btn oct_btn_orange_inverse\">\n\t\t\t\t\t\t<a href=\"https:\/\/geab.eu\/abonnement\/\">Gutes lesen. Sie haben keinen Zugang? Abonnieren<\/a>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"oct_article_content_suscribe__button\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"oct_btn oct_btn_orange\">\n\t\t\t\t\t\t\t<a href=\"#\" id=\"oct_suscribe_compte_login_modal_popup\">Sie sind bereits Abonnent? 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Dieser Verlust ist problematisch, da der gesamte Dienstleistungsverkehr zwischen der City und der EU auf dieser Genehmigung beruht. Die Regierung von Theresa May sch\u00e4tzt, dass ihn 5000 britische Unternehmen f\u00fcr den Kontinent und 8000 europ\u00e4ische Unternehmen f\u00fcr den Handel mit der City<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\">[8]<\/a> verwenden.<\/p>\n<p>Ohne diesen Pass wird das Land ein System von Gleichwertigkeitsbestimmungen aushandeln m\u00fcssen, damit die britischen Unternehmen weiter im Gemeinsamen Markt pr\u00e4sent sein k\u00f6nnen. Aber nach der Ansicht des ehemaligen St\u00e4ndigen Vertreters Gro\u00dfbritanniens bei der EU Ivan Rodgers sind diese Gleichwertigkeitsbestimmungen \u201eeher launisch, eher politisch und eher unvollst\u00e4ndig\u201c<a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\">[9]<\/a>. Tats\u00e4chlich w\u00fcrde wirtschaftliche Kompatibilit\u00e4t und die Anforderungen der Akteure allein nicht die Schaffung eines solchen Systems von Gleichwertigkeitsbestimmungen erfordern. Im Gegenteil die Wirtschaftsakteure leiden unter der Politisierung der Verhandlungen und dem Bestreben der Europ\u00e4ischen Kommission, die City zu bestrafen und vom Gemeinsamen Markt auszuschlie\u00dfen.<\/p>\n<p><strong>Die Bedeutung der CCPs und ihr Umzug<\/strong><\/p>\n<p>Die City w\u00fcrde also von einem freien und totalen Zugang zum Gemeinsamen Markt zu einem eingeschr\u00e4nkten und unvollst\u00e4ndigen \u00fcbergehen. Der Brexit bedroht nicht nur die Banken und Versicherungen, der Austritt Gro\u00dfbritanniens hat auch die Frage der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Central_Counterparty\">CCPs (Zentrale Gegenparteien)<\/a><a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\">[10]<\/a> f\u00fcr den Euroraum und ihres Umzugs auf den Kontinent aufgeworfen.<\/p>\n<p>Diese Institutionen erhielten 2009 eine zentrale Rolle auf dem Derivatmarkt, nachdem die G20 beschlossen hatten, ihre Verwendung obligatorisch zu machen. So wurden sie wegen ihrer Kenntnis des Marktes hoch-strategisch.<\/p>\n<p>Die Europ\u00e4ische Kommission hat am 13. Juni 2017 einen Vorschlag zur Reform des CCP-Systems der Eurozone vorgelegt<a href=\"#_ftn11\" name=\"_ftnref11\">[11]<\/a>. In diesem Dokument wird betont, dass angesichts der Tatsache, dass \u201eder gr\u00f6\u00dfte europ\u00e4ische Finanzplatz\u201c die EU verlassen wird, \u201ean einigen Stellschrauben gedreht\u201c werden muss. Die europ\u00e4ischen Gesetzgeber bereiten sich also bereits auf das Management eines europ\u00e4ischen Nach-Brexit-Finanzsystems vor.<\/p>\n<p>Es geht nicht darum, die CCPs hart aus der City zu vertreiben, sondern darum, sie in zwei Gruppen einzuteilen, in diejenigen mit einer systemischen Bedeutung f\u00fcr die Europ\u00e4ische Union (also Gruppe 2) und diejenigen ohne eine solche. Letztere k\u00f6nnen weiterhin den aktuellen Anforderungen entsprechen. Dagegen m\u00fcssen die CCPs der Gruppe 2 den neuen Anforderungen gen\u00fcgen. Die Kommission beh\u00e4lt sich sogar das Recht vor, diejenigen, die sie f\u00fcr die wichtigsten h\u00e4lt, auf den Kontinent zu holen<a href=\"#_ftn12\" name=\"_ftnref12\">[12]<\/a>. Diese Unterscheidung erlaubt es einerseits, die City nicht brutal auszunehmen, was f\u00fcr die EU ebenso sch\u00e4dlich w\u00e4re wie f\u00fcr London, sondern auch, die Kontrolle \u00fcber einen f\u00fcr die Stabilit\u00e4t der Eurozone so unverzichtbaren Sektor zu behalten.<\/p>\n<p><strong>Finanz-Exodus<\/strong><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-56756 lazyload\" data-src=\"https:\/\/geab.eu\/\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/geab121-F2.jpg\" alt=\"\" width=\"659\" height=\"442\" data-srcset=\"https:\/\/geab.eu\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/geab121-F2.jpg 659w, https:\/\/geab.eu\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/geab121-F2-304x204.jpg 304w, https:\/\/geab.eu\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/geab121-F2-416x279.jpg 416w, https:\/\/geab.eu\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/geab121-F2-600x402.jpg 600w\" data-sizes=\"(max-width: 659px) 100vw, 659px\" src=\"data:image\/svg+xml;base64,PHN2ZyB3aWR0aD0iMSIgaGVpZ2h0PSIxIiB4bWxucz0iaHR0cDovL3d3dy53My5vcmcvMjAwMC9zdmciPjwvc3ZnPg==\" style=\"--smush-placeholder-width: 659px; --smush-placeholder-aspect-ratio: 659\/442;\" \/><\/p>\n<p>Abbildung 2: Auszug der Anteile des Gro\u00dfhandelsmarktes (was einen \u00e4quivalenten Umzug der Finanzpl\u00e4tze nach sich zieht)\u00a0 &#8211; Quelle: Bruegel<\/p>\n<p>Die Finanzunternehmen haben begonnen, Vorkehrungen zu treffen und das britische Staatsgebiet zu verlassen, um ihren Zugang zum europ\u00e4ischen Finanzmarkt zu bewahren. Nach den Sch\u00e4tzungen von Ernst &amp; Young haben schon 59 der 222 in der City ans\u00e4ssigen Unternehmen begonnen, Mitarbeiter oder Operationen aus der City zu verlagern, und 22 Investmentbanken haben ihre Absicht dazu bekundet<a href=\"#_ftn13\" name=\"_ftnref13\">[13]<\/a>.<\/p>\n<p>Insgesamt k\u00f6nnten sich nach Bruegel die britischen Verluste auf 1.800 Milliarden Euro, 10.000 Bankenarbeitspl\u00e4tze und 20.000 Arbeitspl\u00e4tze im Servicebereich belaufen<a href=\"#_ftn14\" name=\"_ftnref14\">[14]<\/a>. Die Spezialisten streiten sich noch um die Gesamtzahl der verlagerten Arbeitspl\u00e4tze.<\/p>\n<p>Sobald sich eine Unternehmen dazu entschieden hat, in den Umzug zu investieren, ist die Operation unumkehrbar. Derzeit setzen die Finanzunternehmen auf Vorsicht und verlagern ein Minimum an Aktivit\u00e4ten in die Eurozone. So sch\u00fctzen sie sich gegen das Risiko eines \u201eno deal\u201c. Aber das hindert sie nicht daran, die Aktivit\u00e4ten \u201evirtuell\u201c zu verlagern, und heute ist das Virtuelle die Basis der Finanzaktivit\u00e4ten \u2026 Das ist vielleicht einer der Gr\u00fcnde, warum die Verlagerungen nicht so sichtbar sind.<\/p>\n<p><strong>Notwendigkeit einer \u00dcbergangsperiode<\/strong><\/p>\n<p>Bereits im Jahr 2016 war das Wachstum ausl\u00e4ndischer Investitionen in den britischen Finanzsektor um 5% schw\u00e4cher als im Vorjahr. Frankreich und Deutschland verzeichneten im gleichen Zeitraum einen Anstieg um 25% bzw. 18%<a href=\"#_ftn15\" name=\"_ftnref15\">[15]<\/a>.<\/p>\n<p>Also findet die Verschiebung zum Kontinent schon statt. Jedoch liegt es nicht im Interesse der EU, dass die City auf einen Schlag nicht mehr das wichtigste europ\u00e4ische Finanzzentrum ist. Deshalb braucht sie, auch unter Ber\u00fccksichtigung des Risikos, dass sie bestimmte Finanzaktivit\u00e4ten verliert, eine \u00dcbergangsperiode, um ein europ\u00e4isches Finanz-\u00d6kosystem, das angesichts der extremen Konkurrenz durch die Wall Street und die asiatischen Finanzpl\u00e4tze \u00fcberlebensf\u00e4hig ist, aufzubauen.<\/p>\n<p>Die \u00dcbergangsperiode w\u00fcrde also genauso den britischen Interessen dienen, wie der europ\u00e4ischen Umstrukturierung in ein multipolares \u00d6kosystem<a href=\"#_ftn16\" name=\"_ftnref16\">[16]<\/a>. Im Rahmen der Verhandlungen besteht jedoch zus\u00e4tzlich zum Konflikt zwischen der Kommission und dem Vereinigten K\u00f6nigreich ein Wettbewerb zwischen den europ\u00e4ischen St\u00e4dten, die Finanzaktivit\u00e4ten aufnehmen k\u00f6nnten. Private Interessen bevorzugen die Konkurrenz vor der Komplementarit\u00e4t.<\/p>\n<p><strong>Auf dem Weg zu einer Multi-Polarisierung der Finanzzentren auf dem europ\u00e4ischen Kontinent?<\/strong><\/p>\n<p>Paris, Luxemburg, Dublin und Frankfurt konkurrieren um die \u201eAuswanderer\u201c aus der City. Derzeit ist Frankfurt am attraktivsten und nimmt neben anderen Citigroup, Goldman Sachs, Morgan Stanley, Standard Chatered und die japanische Nomura Holdings auf.<a href=\"#_ftn17\" name=\"_ftnref17\">[17]<\/a><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-56763 lazyload\" data-src=\"https:\/\/geab.eu\/\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/geab121-F3.jpg\" alt=\"\" width=\"667\" height=\"379\" data-srcset=\"https:\/\/geab.eu\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/geab121-F3.jpg 667w, https:\/\/geab.eu\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/geab121-F3-359x204.jpg 359w, https:\/\/geab.eu\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/geab121-F3-491x279.jpg 491w, https:\/\/geab.eu\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/geab121-F3-600x341.jpg 600w\" data-sizes=\"(max-width: 667px) 100vw, 667px\" src=\"data:image\/svg+xml;base64,PHN2ZyB3aWR0aD0iMSIgaGVpZ2h0PSIxIiB4bWxucz0iaHR0cDovL3d3dy53My5vcmcvMjAwMC9zdmciPjwvc3ZnPg==\" style=\"--smush-placeholder-width: 667px; --smush-placeholder-aspect-ratio: 667\/379;\" \/><\/p>\n<p>Abbildung 3: Geplante Gesch\u00e4ftsverlagerung von Banken aus der City (28\/09\/2017) \u2013 Quelle: Bloomberg<\/p>\n<p>Auch die Deutsche Bank wird sich in der Stadt, die schon die EZB hat, ansiedeln. Bei ihr handelt es sich um eine Bilanzsumme von 300 Milliarden Euro und wahrscheinlich um hunderte von Arbeitspl\u00e4tzen, die von Gro\u00dfbritannien nach Deutschland wandern<a href=\"#_ftn18\" name=\"_ftnref18\">[18]<\/a>. Bei Morgan Stanley, die das gleiche Ziel gew\u00e4hlt hat, sind 200 Jobs in der City bedroht<a href=\"#_ftn19\" name=\"_ftnref19\">[19]<\/a> .<\/p>\n<p>Paris l\u00e4uft mit der Ansiedlung von HSBC und 1000 ihrer Angestellten<a href=\"#_ftn20\" name=\"_ftnref20\">[20]<\/a> kurz danach auf, was aus der Stadt des Lichts die Stadt macht, die wegen dem Brexit die gr\u00f6\u00dfte Anzahl Arbeitspl\u00e4tze erh\u00e4lt. Die j\u00fcngste Ank\u00fcndigung des Umzugs der Europ\u00e4ischen Bankenaufsicht von London nach Paris spielt zweifellos zugunsten der franz\u00f6sischen Hauptstadt, ein Trend, den wir schon 2016 zu antizipieren begonnen haben<a href=\"#_ftn21\" name=\"_ftnref21\">[21]<\/a>.<\/p>\n<p>Auch Dublin hat angek\u00fcndigt, dass es Vertr\u00e4ge mit einem guten Dutzend Unternehmen abgeschlossen hat, von denen jede B\u00fcrofl\u00e4chen mit einer Kapazit\u00e4t von 10 bis 500 Angestellten suchen<a href=\"#_ftn22\" name=\"_ftnref22\">[22]<\/a>. Unter ihnen ist Barclays, die fast 150 Arbeitspl\u00e4tze in der irischen Hauptstadt ansiedeln w\u00fcrde<a href=\"#_ftn23\" name=\"_ftnref23\">[23]<\/a>.<\/p>\n<p>Der Finanzplatz Luxemburg kann sich auch damit r\u00fchmen, 10 Gesellschaften angezogen zu haben, haupts\u00e4chlich solche, die auf Unternehmensdienstleistungen ausrichtet sind, wie die amerikanische AIG<a href=\"#_ftn24\" name=\"_ftnref24\">[24]<\/a>.<\/p>\n<p>Europa wird also von einem vollst\u00e4ndigen Finanzzentrum, der City, in ein multipolares System innerhalb der Eurozone \u00fcbergehen.<\/p>\n<p>Jedoch ist die Strategie der Unternehmen der City auf Vorausschau ausgerichtet und nicht auf einen massiven und endg\u00fcltigen Exodus. Unter der Annahme, dass der Brexit immer noch annulliert werden kann, und dass der \u201eweiche Brexit\u201c immer noch erreichbar ist, haben die Finanzlobbies noch nicht alle ihre Karten auf den Tisch gelegt, insbesondere weil sie immer noch mit einer Ablehnung des endg\u00fcltigen Abkommens durch die britische Bev\u00f6lkerung und \/ oder das britische Parlament rechnen. Diese Ablehnung w\u00fcrde logischerweise zu einem \u201eno deal\u201c oder einer Verl\u00e4ngerung der\u00a0 Verhandlungen mit dem Ziel eines \u201eweichen Brexit\u201c f\u00fchren. Die Londoner Finanzbranche rechnet also wahrscheinlich mit der Abhaltung eines zweiten Referendums, welches von bestimmten Kreisen gefordert wird<a href=\"#_ftn25\" name=\"_ftnref25\">[25]<\/a>.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-56770 lazyload\" data-src=\"https:\/\/geab.eu\/\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/geab121-F4.jpg\" alt=\"\" width=\"622\" height=\"443\" data-srcset=\"https:\/\/geab.eu\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/geab121-F4.jpg 622w, https:\/\/geab.eu\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/geab121-F4-286x204.jpg 286w, https:\/\/geab.eu\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/geab121-F4-392x279.jpg 392w, https:\/\/geab.eu\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/geab121-F4-600x427.jpg 600w\" data-sizes=\"(max-width: 622px) 100vw, 622px\" src=\"data:image\/svg+xml;base64,PHN2ZyB3aWR0aD0iMSIgaGVpZ2h0PSIxIiB4bWxucz0iaHR0cDovL3d3dy53My5vcmcvMjAwMC9zdmciPjwvc3ZnPg==\" style=\"--smush-placeholder-width: 622px; --smush-placeholder-aspect-ratio: 622\/443;\" \/><\/p>\n<p>Abbildung 4: Sch\u00e4tzung der Kosten eines \u201eharten Brexit\u201c \u2013 Quelle: Rabobank<\/p>\n<p>Auch die britische Regierung macht keine Anstrengungen mehr, Finanzaktivit\u00e4t auf ihrem Territorium zu halten. Im 78seitigen White Paper von Theresa May zum Ausstieg des Vereinigten K\u00f6nigreichs aus der Europ\u00e4ischen Union ist nur eine Seite den Finanzdienstleistungen gewidmet<a href=\"#_ftn26\" name=\"_ftnref26\">[26]<\/a>.\u00a0 Die City scheint jedes Vertrauen in Whitehall verloren zu haben, wie die k\u00fcrzliche Erkl\u00e4rung des CEO von Goldman Sachs \u00fcber Frankfurt zeigt, die er als eine Stadt mit gutem Wetter bezeichnet, \u201ein der ich in der Zukunft viel mehr Zeit verbringen werde\u201c<a href=\"#_ftn27\" name=\"_ftnref27\">[27]<\/a>.<\/p>\n<p><strong>Soll man \u00fcber die Entwicklung eines multipolaren europ\u00e4ischen Finanzsystems erfreut sein?<\/strong><\/p>\n<p>Auf den ersten Blick ist die Verschiebung von einem Zentrum zu multiplen Polen problematisch. Die St\u00e4dte stehen untereinander in Konkurrenz und spielen nicht die Kooperationskarte. Es ist schwierig zu sehen, dass Frankfurt die M\u00f6glichkeit einer finanziellen Oberhoheit, die es schon dank der EZB auf der geldpolitischen Ebene hat, aufgibt. Doch vielleicht hat es keine Wahl. Die letzten Wahlen in Deutschland beflecken das Bild des Landes, das bis jetzt immer als europ\u00e4ischer Leader gesehen wurde. Dagegen hat die Wahl von Emmanuel Macron Frankreich f\u00fcr den Finanzsektor attraktiver gemacht. Das Image des ehemaligen Rothschildbankers verst\u00e4rkt das Vertrauen der Anleger in Paris. In diesem Zusammenhang hat die franz\u00f6sische Regierung die Steuer von 20% auf die hohen Einkommen abgeschafft und sieht neue steuerliche Ma\u00dfnahmen vor, um ab Januar 2018 mehr Unternehmen anzusiedeln<a href=\"#_ftn28\" name=\"_ftnref28\">[28]<\/a>.<\/p>\n<p>Auch die Steuerparadiese im Herzen von Europa Luxemburg und Dublin sind in einer guten Position zur Komplettierung des Triumvirat der Finanzwelt von Morgen: Wall Street, Singapur und die Eurozone.<\/p>\n<p>\u00dcber den Kampf um die Anleger aus der City hinaus sollte die EU an die Zeit nach dem Brexit denken und an ihre Aufgabe, ein multipolares System zum Laufen zu bringen. Doch gibt es eine Chance durch die Reform der Eurozone und ihre Demokratisierung, wenn sie von den richtigen Akteuren und nicht von den \u201enormalen\u201c Akteuren (der Europ\u00e4ischen Kommission) initiiert wird und unter der Annahme, dass die B\u00fcrger diese Aufgabe annehmen. Die Vertreter der in Konkurrenz stehenden St\u00e4dte m\u00fcssen sich dar\u00fcber bewusst sein, dass die Eurozone keine Wirtschaftsinsel im Nirgendwo ist, sondern ein System, das Sinn macht in einem weltweiten Finanzsystem, in dem es seine Rolle und sein Image als Leader in der Welt des 21. Jahrhunderts einnehmen muss.<\/p>\n<p><strong><a href=\"https:\/\/geab.eu\/\/de\/?action=download-file&amp;download-key=43948&amp;download-format=pdf&amp;download-language=&amp;download-from=front\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">GEAB 121 (Lesen Sie)<\/a><\/strong><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a>\u00a0 Quelle: <a href=\"http:\/\/www.independent.co.uk\/news\/uk\/politics\/theresa-may-brexit-means-brexit-conservative-leadership-no-attempt-remain-inside-eu-leave-europe-a7130596.html\">The Independant<\/a>, 11\/08\/2016<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a>\u00a0 Quelle: Die City von London im Jahr 2020: Ein kleiner Finanzplatz an der Peripherie des europ\u00e4ischen Kontinents, GEAB 15\/03\/2016<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a>\u00a0 Quelle: Das Unvereinigte K\u00f6nigreich: Das Ende von Gro\u00dfbritannien, wie wir es kannten \u2013 und seine Neuentstehung, GEAB 15\/05\/2015<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a>\u00a0 Quelle: <a href=\"https:\/\/www.theguardian.com\/politics\/2017\/dec\/18\/uk-cannot-have-a-special-deal-for-the-city-says-eu-brexit-negotiator-barnier\">The Guardian<\/a>, 18\/12\/ 2017, siehe auch <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/handelsvertrag-londons-city-fuerchtet-brexit-desaster-a-1184472.html\">Spiegel<\/a>, 22\/12\/2017<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a>\u00a0 Quelle: GEAB 119, 15\/11\/2017<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a>\u00a0 Quelle: Dhingra, Swati, Ottaviano, Gianmarco, Sampson, Thomas Reenen, John Van, <a href=\"http:\/\/cep.lse.ac.uk\/pubs\/download\/brexit03.pdf\">\u201eThe impact of Brexit on foreign investment in the UK<\/a>\u201c, Center for economic performance, London school of economics, 04\/2016.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a>\u00a0 Der Ausdruck \u201eFinanzpass\u201c bezeichnet die Tatsache, dass die Genehmigung eines Mitgliedsstaat ausreicht, um das Recht zu erhalten, mit allen Mitgliedstaaten Handel zu betreiben. Quelle: <a href=\"http:\/\/www.bbc.com\/news\/business-36630606\">BBC<\/a>, 25\/06\/2016.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a>\u00a0 Quelle: <a href=\"http:\/\/www.businessinsider.fr\/barnier-exclut-accord-passeport-financier-pour-londres-avec-brexit\">Business Insider<\/a>, 19\/12\/2017<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a>\u00a0 Quelle: <a href=\"http:\/\/data.parliament.uk\/writtenevidence\/committeeevidence.svc\/evidencedocument\/european-scrutiny-committee\/euuk-relations-in-preparation-for-brexit\/oral\/46706.pdf\">\u201eEU-UK relations in preparation for Brexit\u201c<\/a>, European Scrutiny Committee, House of Commons, 01\/02\/2017, S. 12<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref10\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a>\u00a0 Zentrale Gegenparteien (CCPs) wurden nach 2008 eingerichtet, um das Risiko von Krisen zu vermeiden, und sind Zwischeninstanzen beim Kauf von Over-the-Counter-Derivaten. Sie existieren, um Zahlungsausf\u00e4lle im Finanzsektor (Gegenparteiausfallrisiken) zu vermeiden. Sie erm\u00f6glichen es dem Verk\u00e4ufer, Verluste abzuschreiben, und wickeln die Gesch\u00e4fte mit dem K\u00e4ufer ab.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref11\" name=\"_ftn11\">[11]<\/a>\u00a0 Quelle: <a href=\"http:\/\/europa.eu\/rapid\/press-release_IP-17-1568_de.htm\">Europ\u00e4ische Kommission &#8211; Pressemitteilung<\/a>, 13\/07\/2017 und dort angef\u00fchrte Links.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref12\" name=\"_ftn12\">[12]<\/a>\u00a0 Quelle: <a href=\"https:\/\/www.boursedirect.fr\/fr\/actualites\/categorie\/economie\/brexit-bruxelles-veut-renforcer-la-surveillance-des-grandes-societes-d-investissement-afp-a8892fbb9399c0a8d3b1c0227e70ade4e68cb0f3\">Boursedirect<\/a>, 20\/12\/2017<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref13\" name=\"_ftn13\">[13]<\/a>\u00a0 Quelle: <a href=\"https:\/\/www.economist.com\/news\/finance-and-economics\/21724809-clock-runs-down-banks-and-other-financial-firms-still-dont-know-what\">The Economist<\/a>, 06\/07\/2017<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref14\" name=\"_ftn14\">[14]<\/a>\u00a0 Quelle: <a href=\"http:\/\/uk.businessinsider.com\/bruegel-brexit-impact-finance-city-30000-jobs-assets-8bn-revenue-2017-2\">BusinessInsider<\/a>, 08\/02\/2017<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref15\" name=\"_ftn15\">[15]<\/a>\u00a0 Quelle: <a href=\"http:\/\/www.lefigaro.fr\/conjoncture\/2018\/01\/01\/20002-20180101ARTFIG00099-francfort-se-pose-en-rivale-de-paris-pour-les-exiles-du-brexit.php\">Le Figaro<\/a>, 01\/01\/2017<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref16\" name=\"_ftn16\">[16]<\/a>\u00a0 Quelle: <a href=\"http:\/\/www.lemonde.fr\/economie\/article\/2017\/12\/13\/brexit-la-city-reclame-d-urgence-la-mise-en-place-d-une-periode-de-transition_5229031_3234.html\">Le Monde<\/a>, 13\/12\/2017<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref17\" name=\"_ftn17\">[17]<\/a>\u00a0 Quelle: <a href=\"https:\/\/www.bloomberg.com\/news\/articles\/2017-06-22\/a-year-after-brexit-frankfurt-emerges-as-biggest-banking-winner\">Bloomberg<\/a>, 23\/06\/2017<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref18\" name=\"_ftn18\">[18]<\/a>\u00a0 Quelle: <a href=\"https:\/\/www.bloomberg.com\/news\/articles\/2017-07-24\/deutsche-bank-is-said-to-weigh-moving-350-billion-to-frankfurt-j5i8g8i5\">Bloomberg<\/a>, 24\/07\/2017<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref19\" name=\"_ftn19\">[19]<\/a>\u00a0 Quelle: <a href=\"https:\/\/www.theguardian.com\/business\/2017\/jul\/19\/morgan-stanley-picks-frankfurt-post-brexit-hub\">The Guardian<\/a>, 19\/07\/2017<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref20\" name=\"_ftn20\">[20]<\/a>\u00a0 Quelle: <a href=\"http:\/\/www.europe1.fr\/economie\/un-an-apres-le-brexit-hsbc-relocalise-1000-postes-a-paris-on-espere-tous-que-cet-exemple-attirera-dautres-banques-3369959\">Europe 1<\/a>, 24\/06\/ 2017<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref21\" name=\"_ftn21\">[21]<\/a>\u00a0 Quelle\u00a0: GEAB, 2016<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref22\" name=\"_ftn22\">[22]<\/a>\u00a0 Quelle: <a href=\"https:\/\/www.theguardian.com\/politics\/2017\/jun\/29\/ireland-says-dozen-london-based-banks-to-relocate-to-dublin-over-brexit\">The Guardian<\/a>, 29\/06\/ 2017,<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref23\" name=\"_ftn23\">[23]<\/a>\u00a0 Quelle: <a href=\"https:\/\/www.theguardian.com\/business\/2017\/jul\/14\/barclays-to-expand-irish-operations-to-mitigate-brexit-impact\">The Guardian<\/a>, 14\/07\/ 2017<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref24\" name=\"_ftn24\">[24]<\/a>\u00a0 Quelle: <a href=\"http:\/\/paperjam.lu\/rendez-vous\/les-refugies-du-brexit\">Paperjam<\/a>, 27\/12\/2017<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref25\" name=\"_ftn25\">[25]<\/a>\u00a0 Darunter Nigel Farage, aber aus ganz anderen Gr\u00fcnden. Quelle: <a href=\"http:\/\/www.bbc.com\/news\/uk-politics-42649214\">BBC<\/a>, 11.01.2017<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref26\" name=\"_ftn26\">[26]<\/a>\u00a0 Grant, Charles: \u201eMrs May\u2019s emerging deal on Brexit\u201c, <a href=\"http:\/\/www.cer.eu\/publications\/archive\/policy-brief\/2017\/mrs-mays-emerging-deal-brexit-not-just-hard-also-difficult\">Center for European Reform<\/a>, 02\/2017<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref27\" name=\"_ftn27\">[27]<\/a><a href=\"https:\/\/twitter.com\/lloydblankfein\/status\/920995573368545280\">\u00a0 Twitter-Account von Lloys Blankfein, CEO von\u00a0 Goldman Sachs,<\/a> 19\/10\/2017<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref28\" name=\"_ftn28\">[28]<\/a>\u00a0 Quelle: <a href=\"https:\/\/www.lesechos.fr\/economie-france\/budget-fiscalite\/0301073919528-le-plan-fiscal-de-lexecutif-pour-les-entreprises-2141419.php\">Les Echos<\/a>, 28.12.2017<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eBrexit bedeutet Brexit\u201c[1]. 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