Ihr Verständnis der Zukunft
TERRA COGNITA 2089
Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber wir lieben das Mittelmeer unendlich, diesen Kreuzungspunkt der Zivilisationen, die sich auf seinem blauen Wasser und seinen goldenen Ufern abgelöst, gekreuzt, ausgebeutet, herausgefordert, bekämpft und geliebt haben. Unsere gesamte europäische Kultur stammt von dort, aus diesem Schmelztiegel der Unterschiede, des Hinterfragens, des Überwindens, der Intelligenz. Man muss nur Sardinien besuchen, heute eine abgelegene Region der Welt, um zu verstehen, wie sehr dieses Meer, zweifellos das schönste der Welt, einst der „Nabel der Welt” war[1].
Mit viel Liebe haben wir uns also mit seiner Zukunft beschäftigt. Aber unsere Erkundung hat uns mit Traurigkeit erfüllt: Die ewigen Floskeln über die Freundschaft, die die Völker des Mittelmeerraums unweigerlich verbinden soll, klingen immer hohler und klingen immer öfter überhaupt nicht mehr. Schlimmer noch: wo man sie hört, spürt man Verachtung und Hass auf beiden Seiten.
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