Ihr Verständnis der Zukunft

EDITORIAL

EDITORIAL Seit 20 Jahren beobachten, analysieren und antizipieren wir so gut wie möglich die Etappen des gigantischen Übergangs von einer funktionierenden westlich geprägten Welt zu einer funktionierenden multipolaren Welt, der von einer mehr oder weniger langen Phase der Dysfunktionalität begleitet wird. Zwischen 2009 und 2014 dachten wir – oder besser gesagt, hofften wir –, dass Europa aufgrund seiner jüngsten Geschichte der Befriedung eines Kontinents, der aus einer Vielzahl mächtiger Akteure mit sich überschneidenden Interessen besteht, die Rolle eines Vermittlers und Beschleunigers des Wandels spielen würde, indem es dem großen Vertreter des alten Modells (den Vereinigten Staaten) dabei hilft, die neuen Dynamiken der globalen geopolitischen Neugestaltung (BRICS) positiv zu integrieren. Damit wurde die immense Entscheidungsunfähigkeit eines Gebäudes unterschätzt, das doch gerade von den Europäern errichtet worden war, um in den kommenden großen Momenten der Weltgeschichte eine Rolle spielen zu können… Ab 2014 (Beginn des europäisch-russischen Krieges) wurden jedoch zwei Dinge offensichtlich: Einerseits würde der Wandel ohne die Europäer viel länger und gewalttätiger verlaufen; andererseits wären es letztlich die Amerikaner, die als Erste das Modell des 20.

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