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Mobiles Humankapital: die Vorreiter bei seiner steuerlichen Erfassung

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Laetitia Hoquetis-Sheppard ist Digital Transformation & AI Lead am Baltic Defence College (BALTDEFCOL/NATO) in Estland. Sie verfügt über 13 Jahre Erfahrung in den Bereichen Verhaltenswissenschaften, Datenanalyse und Transformationsberatung, unter anderem in Funktionen bei Bloomberg und der EZ Group. Von Estland aus beobachtet sie aus nächster Nähe die Dynamiken, die sie in diesem Artikel analysiert.

Warum fließen jedes Jahr Milliarden Euro an Steuerbasis in eine kleine Anzahl von Staaten, die etwas verstanden haben, was andere noch nicht benennen konnten?

Das Problem, das die meisten Staaten noch nicht benannt haben

Es gibt eine Gruppe mobiler Fachkräfte, die in den offiziellen Migrationsstatistiken nicht erfasst wird. Sie werden nicht als Einwanderer gezählt. Sie sind auch keine einfachen Touristen. Sie arbeiten remote für internationale Kunden, erzielen Einnahmen in Hartwährung und wählen aktiv den rechtlichen und steuerlichen Rahmen, in dem sie tätig sind. Sie zahlen ihre Steuern irgendwo – oder zahlen sie nirgendwo. Und in beiden Fällen entgehen den meisten Staaten Steuereinnahmen. Weltweit gibt es vielleicht 5 bis 10 Millionen dieser Menschen, wenn man von den 40 Millionen, die sich als digitale Nomaden bezeichnen, diejenigen abzieht, die im Laufe des Jahres nur eine Woche im Ausland gearbeitet haben. Ihr Medianeinkommen beträgt 124.000 Dollar pro Jahr[1]. Das ist kein Nischenphänomen. Es handelt sich um eine reale, mobile und fast vollständig unberücksichtigte Steuerbasis. Nur ein einziges Land hat verstanden, wie man diese systematisch erschließt: Estland. Seit 2014 ermöglicht sein E-Residency-Programm jedem Unternehmer, ein Unternehmen in der EU zu gründen, Zugang zu einem europäischen Bankkonto zu erhalten und seine Steuern zu erklären – und das alles von überall auf der Welt aus, ohne in Estland zu wohnen. 125.300 E-Residenten aus 170 Ländern haben 35.500 Unternehmen gegründet. Der estnische Staat erzielt daraus jährlich 124,9 Millionen Euro, mit einer Rendite von 12 Euro pro investiertem Euro. Im Jahr 2025 sind diese Einnahmen um 87 % gestiegen[2]. Diese Menschen leben nicht in Estland. Sie nutzen weder die Krankenhäuser noch die Schulen oder die Straßen des Landes. Sie leisten einen Beitrag, ohne etwas zu konsumieren. Das ist der Grund, warum der ROI bei 12:1 liegt. Und genau das ist es, was fast allen nachfolgenden Programmen nicht gelungen ist. 

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