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Türkiye 2053: Eine militärische Großmacht in Eurasien

VISION

Die Rubrik Terra Cognita 2089 soll einen größeren zeitlichen Rahmen für unsere Prognosen eröffnen. Ausgehend von einer kritischen Analyse der langfristigen Strategiepapiere (Visions), die von einer wachsenden Zahl von Ländern oder Regionen erstellt werden, kartografieren wir die globale Zukunft, die die großen Akteure gerade entwerfen. Im März dieses Jahres haben wir diese Rubrik mit der Vision eines grünen Saudi-Arabiens bis 2055 eröffnet. In diesem Monat schauen wir uns die Zukunft, die Erdogans Türkei entwirft, genauer an.

Die Türkei ist wahrscheinlich eines der Länder, die ihre Zukunft am strategischsten planen. Ausgestattet mit einer Vision, die in den Demütigungen der Vergangenheit und den davon übrig gebliebenen Narben (die Zerschlagung des Osmanischen Reiches durch den Westen) verwurzelt ist, trägt mit Receb Tayyib Erdogan ein Mann seit 21 Jahren die Vision einer wünschenswerten und realistischen Neupositionierung seines Landes mit sich herum.

Diese Vision spricht viel von der Natur des Landes als Knotenpunkt, als Brücke zwischen Ost und West, Nord und Süd, auch von Weltrang (sich an die Spitze der entwickelten Länder zu setzen); sie spricht von Bildung und wirtschaftlicher Stärke, von Technologien (Militär, Telekommunikation, Transport, digital,…), von Gesellschaft (Islam, Türkentum, Werte, Demokratie); etc.

Um dies zu erreichen, hat Erdogan einen Fahrplan aufgestellt, der 2011 mit einer langfristigen Vision für 2071 begann[1], 2020 auf einen näheren Horizont 2053 präzisiert wurde[2], über einen ersten Schritt 2023[3], der im „12.Entwicklungsplan (2024-2028)[4]“ verankert ist. All das wurde nun in einem einfachen Mantra zusammengefasst: „Das Jahrhundert der Türkiye“[5].

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