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Der monatliche Informationsbrief des Laboratoire européen d'Anticipation Politique (LEAP) - 15 Jun 2023
Pressemitteilung

Die Welt ist so groß, wie wir sie uns vorstellen wollen.

Unser Team hat es sich zur Aufgabe gemacht, die geopolitischen Machtverhältnisse dieser Welt zu erforschen und ihre Entwicklungen zu antizipieren. Die Zukunft ist zwar der Eckpfeiler unserer redaktionellen Linie, aber wir stellen auch die Informationsvielfalt in den Mittelpunkt unserer Arbeit. Die zu jedem behandelten Thema durchgeführte Recherchearbeit, die rigoros in den Fußnoten wiedergegeben wird, eint die Vielfalt im GEAB: Vielfalt der Standpunkte, nationale Vielfalt, sprachliche Vielfalt, geografische Vielfalt.

So, paradox die menschliche Natur auch sein mag, diese mediale und kulturelle Weltoffenheit ist heute auf dem Rückzug[1]. Während das Internet durch die nahezu sofortige Verbreitung von Informationen geografische Barrieren auf beispiellose Weise abgebaut hat und die künstliche Intelligenz atemberaubende Fortschritte bei der maschinellen Übersetzung macht, sollte die Medienlandschaft ein großartiges Forum für Weltanschauungen sein. Soziale Netzwerke, die ein beispielloses Potenzial für die Bildung einer menschlichen Gemeinschaft darstellten, die frei von geografischen oder gar sprachlichen Barrieren ist, werden nun von Algorithmen vereinnahmt, die uns in Filterblasen einsperren, deren einziger Zweck es ist, uns aus merkantilen Gründen mit unseren eigenen Gewissheiten zu berieseln. Ein Trend zum Ende der Kommunikation, der vom digitalen Raum auf die sozialen Interaktionen in der physischen Welt abfärbt[2].

So betrachten wir unseren Mehrwert als einzigartig, wesentlich und notwendig in dieser Medienlandschaft. Ein Informationssystem, das diesen Namen verdient, hat nur dann eine Daseinsberechtigung, wenn es unfehlbar einen Fokus auf die Suche nach dieser Pluralität und Meinungsvielfalt legt, ein Wunsch, der erhöhte Wachsamkeit erfordert, wenn die Werkzeuge, die uns eigentlich zusammenbringen sollten, sich in eine Falle verwandeln und sich gegen uns abschotten.

Während wir aus der globalen Systemkrise, die die letzten zwei Jahrzehnte geformt hat, in das eintreten, was wir als „Lösungskrise“ bezeichnen, könnte uns diese mediale Einkapselung einen globalen Zusammenbruch vorgaukeln. Bei dem Thema, das wir diesen Monat gewählt haben, sind Konsum, Degrowth-Theorien und Kollapsvorhersagen oft miteinander verbunden worden. Während wir uns auf eine Schrumpfung zubewegen, die kein politisches Projekt, sondern eine unerbittliche systemische Realität ist, fällt es diesen Ideologen schwer, die Fakten anzuerkennen, die nicht zu der Theorie passen, die sie bislang vertreten haben. Die Zeichen stehen jedenfalls auf Veränderung.

In Wirklichkeit erfinden im Rest der Welt Optimismus und konkrete Projekte die Gesellschaft von morgen. Alternativen werden aufgebaut, entstehen und werden gestärkt. Unsere Zukunft ist manchmal schon die Gegenwart eines Anderen. Um nicht in einer toxischen Vergangenheit oder einer phantasierten Zukunft gefangen zu sein, müssen wir auf diese Tatsachen achten, die immer seltener zu uns kommen, uns bemühen, diese Signale zu suchen, für einen Moment die Brille absetzen und die des Anderen ausleihen. Wir verpflichten uns, diese Arbeit systematisch durchzuführen, insbesondere in den Kurzmeldungen, die Sie jeden Monat am Ende der Ausgabe finden. Die Notwendigkeit, sich im Dienste dieser Ambition als kollektive Intelligenz zu organisieren, ist klar. Aus diesem Grund haben wir uns mit Christophe Cesetti über seine Erfahrungen mit dieser Methode ausgetauscht.

Um sich nicht von der vorherrschenden Düsternis erobern zu lassen, können Sie sich auf unseren monatlichen Newsletter und seinen unfehlbaren Willen verlassen, diese Entdeckungsmission erfolgreich durchzuführen!

Abbildung 1 – Fortschritte bei der Übersetzung durch künstliche Intelligenz, um den menschlichen Fähigkeiten ebenbürtig oder sogar überlegen zu sein. Quelle: Businesswire

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[1]     Quelle: UNESCO, 2022

[2]     Ein Trend, den wir in unserer Ausgabe vom März 2022 vorweggenommen haben.

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Zusammenfassung

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