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GEAB Naher Osten

Der monatliche Informationsbrief des Laboratoire européen d'Anticipation Politique (LEAP) - 15 Aug 2019

Saudi-Arabien-Israel-Iran: Die Geburt eines Nahen/Mittleren Ostens 3.0 (GEAB 119 / Nov. 2017)

Wie wir seit zwei Monaten antizipieren, ist das Ende des Jahres 2017 reich an Wendungen und diversen Eskalationsrisiken. Momentan richten sich alle Augen wieder auf das Pulverfass des Planeten, den Nahen Osten, und auf die Spannungen, die sich im Libanon unter aktiver Beteiligung von keinen geringeren als den Vereinigten Staaten, Russland, Israel, Saudi-Arabien und dem Iran abzeichnen. Die Details der Krise lassen es einem kalt den Rücken herunter laufen mit dem Rücktritt / der Entführung eines Premierministers (dem pro-saudischem Libanesen Saad Hariri), der gegen die Hisbollah gerichteten Annäherung zwischen Israel und Saudi-Arabien, dem Abschuss von Huthi-Raketen (Jemen) in Richtung Riad, wofür der Iran direkt beschuldigt wird … Und all das, während die Katar-Krise noch nicht gelöst ist und Präsident Trump überall gleichzeitig zu sein scheint. Sind wir also am Vorabend eines von Saudi-Arabien gesteuerten israelischen Angriffs auf den Libanon[1], wie es der sehr charismatische Chef der Hisbollah Hassan Nasrallah[2] behauptet, und muss sich Europa auf eine neue Migrationswelle mit offensichtlich katastrophalen Konsequenzen vorbereiten? Oder muss man eher zwischen den Zeilen lesen und die üblichen Lesarten transzendieren? Eines steht fest, der Nahe Osten ist dabei, entschieden in ein neues Zeitalter zu wechseln. Unser Team versucht zu entschlüsseln, wie dieses neue Zeitalter aussieht.

Auf den ersten Blick

Hier die Interpretation, die sich logisch ergibt aus der Lesart des 20. Jahrhunderts (die auf zwei grundlegenden Prinzipien basiert: 1/ die Vereinigten Staaten verursachen alle Entwicklungen in der Region, gute wie schlechte, und folgen 2/ dabei einer einfachen, den Briten entlehnten Strategie: „Teile und Herrsche“):

Saudi-Arabien, Israel und die Vereinigten Staaten breiten einen Angriff auf dem Libanon vor gegen die Hisbollah und den Iran. Die Vereinigten Staaten halten China mittels Nordkorea in Schach – das den Vorwand dafür gegeben hat, die amerikanische Marine näher an die chinesische Küste zu positionieren – unter der Drohung eines Angriffs, wenn China sich bewegt, und damit eines destabilisierenden Domino-Effekts, den die Chinesen um jeden Preis vermeiden wollen. Genauso halten sie die Russen an der Ostsee in Schach (wo die amerikanischen und NATO Streitkräfte kreuzen) und versprechen den Russen, eine zweite Front auszulösen, wenn sie dem Iran/Libanon zur Hilfe eilen (unter absoluter Missachtung der ganz offensichtlichen Interessen ihrer europäischen Verbündeten). Da Europa aber nicht zählt, wäre der Weg frei, die pro-schiitischen Kräfte im Nahen Osten anzugreifen, sich möglicherweise direkt mit dem Iran zu schlagen und die Kontrolle über die ganze Region zu übernehmen. 

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Zusammenfassung

In diesem Sommer 2019, der den Nahen und Mittleren Osten weiterhin in den Mittelpunkt stellt, haben wir sieben Szenarien gefunden und zusammengeführt, die für unsere Zukunftsvision der Region stehen. Wir [...]

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Wir müssen diesen Monat auf den Nahen und Mittleren Osten zurückkommen, weil so viel, was dort derzeit passiert, dem ähnelt, was wir seit mehreren Jahren antizipiert und im letzten Januar [...]

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