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GEAB 131

Der monatliche Informationsbrief des Laboratoire européen d'Anticipation Politique (LEAP) - 15 Jan 2019

Die Horizontänderung von LEAP: von 2020 auf 2040

Vor genau zwanzig Jahren, im Jahr 1999, haben wir unter der Leitung von Franck Biancheri in Athen das Projekt Europe2020[1] gestartet, ein Projekt zur Neuerfindung Europas auf der Basis von Demokratisierung, Effizienz, Transparenz, Tragfähigkeit und Weltverbundenheit. Eine Neuerfindung, bei der die Bürger keine Zuschauer, sondern Akteure sein würden. Aus diesem Projekt entstand später der Think-Tank Europe2020, der 2005 in LEAP umgewandelt wurde. Mit dieser Gründer-Vision zu den Herausforderungen, vor denen Europa steht, wurde der GEAB (Global Europe Anticipation Bulletin) geboren.

Denn es gibt kein Antizipationspotential ohne einen Wunsch nach Zukunft, ohne ein Spannung in Richtung Morgen.

Weil wir ein starkes Interesse daran hatten, zu wissen, was „Morgen“ ist, hat sich unsere Blick in diese Richtung gedreht und allmählich geschärft und und wir haben gelernt, Hindernisse und freie Passagen inmitten der Dichte der Ereignisse, aus denen dieses „Morgen“ besteht, zu erkennen.

Aber es wird Ihnen nicht entgangen sein: 2020 ist jetzt wirklich morgen!

Schon vor einigen Jahren haben wir darüber nachgedacht, dieses Datum zu ändern, um den Endhorizont unserer Vision zu verschieben. Und dann haben wir entschieden, dass dieses Datum das einzig relevante für die Generation der Europäer ist, die wir vertreten (auch wenn unser Team, einzeln betrachtet, aus verschiedenen Altersgruppen besteht, fühlen wir uns generationell geprägt), und dass wir diesen Endhorizont weiterhin anstreben, indem wir die Ziele akzeptieren, die wir uns am Anfang gesetzt haben, anstatt uns durch eine Terminverschiebung aus dem Staub zu machen.

Aber das bedeutet nicht, dass wir auf diesem guten Weg jetzt aufhören werden.

Im Jahr 2019 bereiten wir daher den Start von LEAP2040 vor, es besteht im Wesentlichen aus einer generationellen Erneuerung. Das Jahr 2019 wird daher der Zusammenarbeit mit Teams junger Europäer gewidmet sein, mit denen wir ein zweifaches Projekt durchführen werden, einerseits der Ausbildung/Weitergabe unseres Wissens (insbesondere in Bezug auf die Methodik) und andererseits des Nachdenkens über die Krisen und Herausforderungen, die sich aus diesem neuen Endhorizont ergeben und über die wichtigsten Leitziele. Wir sollten in der Lage sein, den Beginn der Arbeit von LEAP2040 bis spätestens September 2019 bekannt zu geben.

Dank dieses generationsübergreifenden Ansatzes von LEAP wird der GEAB auf einem guten Beobachtungspunkt neu positioniert werden, um seine Arbeit zur Beleuchtung der Zukunft fortzusetzen: ein GEAB der die methodischen Erfahrungen der ersten Generation mit der aufgeklärten Vision einer neuen Generation, die sich auf diesen neuen Endhorizont ausrichtet, kombiniert.

Jeder Generation ihr Endhorizont und ihr Projekt!

Wir unsererseits haben beschlossen, uns ganz einfach „Generation Europa“ zu nennen.

Nach einer „Kriegsgeneration“ der Gründer Europas, dann einer „Generation Amerika“[2] der Babyboomer glauben wir, dass es eine in den sechziger und siebziger Jahren geborene „Generation Europa“ gibt, die sah, wie die Grenzen verschwinden, die dank des Erasmus-Programms seine Auslandsstudien in Europa und nicht nur in den USA machen konnte und die mit der Einführung des Euros, des Siegels der Europäischen Integration, ins Berufsleben eintrat.

Es war diese Generation, die die Aufgabe hatte, die technokratische Struktur zu konsolidieren, die die Hinterlassenschaft der „Kriegsgeneration“ darstellt und die ihr die „Generation Amerika“ vor genau zwanzig Jahren hätte übergeben müssen. Leider zermalmte die schiere Größe der Babyboomer-Generation die „Generation Europa“, die ihr Projekt eines politischen Europas und eines Europas der Bürger nicht richtig artikulieren konnte, da sie trotz all ihrer Bemühungen und Beharrlichkeit (so gut repräsentiert durch die politische Karriere von Franck Biancheri) keine wirkliche Stimme in dieser Angelegenheit hatte

Jetzt, da die Babyboomer in den Ruhestand gehen und endlich ihre Stellungen aufgeben (zwei Jahrzehnte zu spät), erreicht die nächste Generatin die Schlüsselpositionen: die Macrons, Kurzs und auch die Di Maios, die ihre Projekt über die nationalstaatliche Ebene anstoßen müssen, da es keine konsolidierte europäische Aktionsbasis gibt. Es wäre jedoch viel einfacher für sie, von dieser Ebene aus zu handeln, insbesondere angesichts der Herausforderungen, die jetzt zu bewältigen sind und die alle von globaler Dimension sind: Umwelt, E-Gesellschaft, Weltfrieden, weltweite Governance, usw..

Aber in der Geschichte kann man nicht zurückgehen und der generationelle Blickwinkel zur europäischen Krise ist eine Richtung, die es zu erkunden gilt.

Wir glauben, dass sich unsere Generation, diese berühmte „Generation Europa“ heute mit der folgenden verbinden muss. Diese ist ab den neunziger Jahren geboren und wir haben für sie die Bezeichnung „Generation Welt“ gewählt, das sie es ist, die die zerbrechliche „Last minute“-Konstruktion des europäischen Bauwerks – die wir im folgenden in den „Rauf und Runter“-Trends beschreiben – konsolidieren muss, damit die Europäer ihren Platz in der Etappe der Organisation der weltweiten Gesellschaft einnehmen können, die sich 2020 öffnet.

Diese kleine Darstellung der Aktionen, Überlegungen und  Projekte, die unseren Think-Tank derzeit beleben, wollen wir dazu verwenden, uns noch einmal bei Ihnen dafür zu bedanken, dass Sie durch ihre Abos zu ihrer Realisierung beitragen. Wie Sie wissen, sind die GEAB-Abos unsere einzige Finanzierungsquelle. Ohne den GEAB, ohne Sie, gibt es auch kein LEAP.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung und unsere besten Wünsche für dieses Neue Jahr und hier die Erläuterung der 36 von uns für dieses Jahr identifizierten Schlüsseltrends.

Lesen GEAB 131

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[1]    Hier die Rede von Franck Biancheri beim Start des Projekts Europe2020 in Athen. Quelle: FranckBiancheri-Documentation

[2]    Für oder gegen, es ist Amerika, das die Referenz dieser Generation, ihren Horizont, darstellt. Und das ist normal, denn diese Generation, die nach dem Krieg und damit ohne das Wissen des europäischen Projekts geboren wurde, machte ihre Auslandsstudien ausschließlich in den Vereinigten Staaten (erinnern wir uns, dass die Studentenströme vor dem Erasmus-Programm fast ausschließlich von Europa in die Vereinigten Staaten gerichtet waren und natürlich nicht umgekehrt). Sie erhielt ihre Berufsausbildung in der Welt des Kalten Krieges, in der die Vereinigten Staaten von Amerika das einzige Modell waren. Wir sprechen offensichtlich von kollektiven Dynamiken; es versteht sich von selbst, dass jede dieser Generationen aus verschiedenen Individuen besteht.

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Zusammenfassung

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