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GEAB 136

Der monatliche Informationsbrief des Laboratoire européen d'Anticipation Politique (LEAP) - 15 Jun 2019

Das Ende der amerikanischen Digitaldominanz

Der anhaltende Handelskrieg zwischen den Vereinigten Staaten und China hat in jüngster Zeit dadurch eine neue Wendung genommen, dass unter dem offensichtlichen Druck des Weißen Hauses Digitalgiganten ins Visier genommen wurden. Donald Trump argumentierte mit Beeinträchtigungen der nationalen Sicherheit und platzierte Huawei auf die Liste der in den Vereinigten Staaten unerwünschten Unternehmen[1], was Google[2], Facebook, aber auch Produzenten von Schlüsselkomponenten für Mobiltelefone (ARM, Qualcomm, WI-FI Alliance) dazu zwang, die Brücken zu dem chinesischen Hersteller abzubrechen. Gleichzeitig übte das Weiße Haus Druck auf Deutschland[3] und Großbritannien[4] aus, ihre Pläne zum Kauf von Huawei-Hardware im Rahmen des Ausbaus von Mobilfunknetzen der neuen Generation (5G) zu revidieren. Diese spektakuläre Entscheidung der US-Regierung ist das Ergebnis einer mehrjährigen Krise, in der der chinesische Hersteller regelmäßig durch die Vereinigten Staaten, aber auch durch das Vereinigte Königreich und die Niederlande der elektronischen Spionage verdächtigt wurde, obwohl keine Beweise vorgelegt werden konnten[5]. Im August 2018 führte diese Krise dazu, dass Huawei auf eine Liste von Lieferanten gesetzt wurde, die in den Vereinigten Staaten von Amerika von der öffentlichen Auftragsvergabe ausgeschlossen sind[6].

Ein Koloss auf tönernen Füßen 

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Zusammenfassung

Aktuell vermehren sich die Berichte über die Gesundheit des europäischen Bankensektors zehn Jahre nach seiner schweren Krise. Aber erstens haben es die europäischen Banken nur mit öffentlichen Mitteln geschafft, aus [...]

Unter den unerbittlichen Schlägen der systemischen Krise wird das automatische Lenksystem (Technokratie), das bis 2008 unsere Reiserichtungen und -geschwindigkeiten regelte, allmählich abgeschafft. Das Paradigma vom Vorrang der Wirtschaft - oder [...]

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