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GEAB Sonderausgabe

Der monatliche Informationsbrief des Laboratoire européen d'Anticipation Politique (LEAP) - 14 Aug 2020

Wie wird Europa nach COVID-19 aussehen? (Mar 2020)

Die Perspektiven von gesellschaftlicher Neuordnung, die sich aus der aktuellen Gesundheitskrise ergeben, sind gigantisch. Wir haben daher beschlossen, uns auf Europa zu konzentrieren, bei dem wir uns viel sicherer sind als beim Rest der Welt. Aber bestimmte Transformationstrends werden überall gleich sein.

. Governance – Stärkung der regionalen und globalen politischen Koordinierungsorgane: In den 2010er Jahren haben die „Populisten“ die Technokratien der 1990er und 2000er Jahre übernommen und die Governance wieder mit den Anliegen der „Populationen“ verknüpft. Allerdings befinden sie sich nicht auf der richtigen Machtebene und seit mindestens einem Jahr analysieren wir eine Übertragung ihrer politischen Inhalte auf supranationale Ebenen. Da Covid-19 ausnahmslos alle Volkswirtschaften betrifft, verstärkt es die Relevanz der „großen“ Entscheidungs- und Handlungsebenen erheblich – viel sicherer als beispielsweise die Migrationskrise, in der die meisten Länder einfach nur alles auf die Grenzregionen (Griechenland, Italien, Bulgarien, Spanien)  abgeladen haben oder die Terrorismuskrise, deren verbindendes Potential ethisch gefährlich war. Das Virus hat eine große Qualität, es ist „humanistisch“: Männer, Frauen, Schwule, Heteros, Juden, Araber, … selbst wenn Chinesen und Amerikaner beginnen, sich mit Porzellan zu bewerfen, indem sie sich gegenseitig beschuldigen, für das Problem verantwortlich zu sein, steckt es alle in den gleichen Topf[1].

. Inflation – vor einer Rückkehr: Am Beginn der Gesundheitskrise ist die so sehr herbeigesehnte Inflation zurückgegangen[2]. Aber wir glauben weder, dass dieser Zustand lange, noch dass er über die Krise hinaus andauern wird. In Wirklichkeit werden die Störungen in den Liefer- und Produktionsketten eine Situation schaffen, in der die zur Reorganisation gezwungenen Produktionsmethoden teurer werden (China hat den Ausstoß seiner immensen Produktionsmaschine dauerhaft auf sich selbst zurückgedreht) und die Güter knapper werden, wenn die Nachfrage wieder anzieht … selbst wenn die Ölpreise unter 50 USD/Barrel bleiben. Ein weiteres Argument für die Inflation hängt mit dem Punkt zu den Banken zusammen (unten):

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Zusammenfassung

Die Covid-Krise erlaubt es der EU endlich, mit der Ausgabe von Gemeinschaftsschulden zu beginnen. Es war ein bescheidener und hart erkämpfter Schritt nach vorn. Inmitten der Flammen brauchten die Feuerwehrleute [...]

Ausnahmsweise hat die GEAB-Redaktion entschieden, ihren Lesern einen Auszug aus dem unveröffentlichten Text „ Communauté ou Empire“ (Gemeinschaft oder Imperium) von Franck Biancheri aus dem Jahr 1992 zugänglich zu machen. [...]

Es ist schon lange her, es war 1998, da schrieb Franck Biancheri, unser verstorbener Studienleiter, einen Antizipations-Artikel mit dem Titel „2009, wenn die Enkel von Hitler,  Pétain, Mussolini ... die [...]

Seit es den GEAB gibt, hat er sich zur besonderen Aufgabe gesetzt, die europäischen öffentlichen Meinungen und Entscheider zu warnen, dass die derzeitige immense globale geopolitische Neuausrichtung auch für die [...]

Diese Antizipation ist nicht sehr originell, aber sie muss trotzdem mit aller gebotenen Klarheit formuliert werden. Es handelt sich weniger um eine Hypothese, sondern eher schon um eine Gewissheit: eine [...]

Die Finanzkrise und die folgende Schuldenkrise haben zu einer substantiellen Veränderung des Mandats der EZB geführt, und zwar in der Praxis zu einer politischeren Ausrichtung dieses Mandats. Die EZB hat [...]

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