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GEAB 115

Der monatliche Informationsbrief des Laboratoire européen d'Anticipation Politique (LEAP) - 15 Mai 2017

Investitionen, Trends und Empfehlungen (Mai 2017)

Öl – Es funktioniert

Trotz vieler Interessen, die ganz offensichtlich bemüht sind, die Auswirkungen des Ölförderungs-Abkommens zwischen der OPEC und ihren Verbündeten zu minimieren und Zweifeln an der Nachhaltigkeit des Deals, erscheint es so, als ob die Russen und die Saudis das Abkommen von Wien bis mindestens Ende des Jahres verlängern wollen[1]. Die Auseinandersetzung, die die Experten zwischen der amerikanischen Schieferölindustrie und den erdölproduzierenden Staaten sehen, ist nach unserer Meinung weniger eine Auseinandersetzung als eine Falle. Die Schieferölproduzenten sind selbst negativ vom Preisverfall betroffen, den ihre Überproduktion erzeugt,. Real leiden sie wahrscheinlich mehr unter ihm, da ihnen die Schockabsorber der großen Nationen fehlen. Alle Probleme kommen daher, dass sie privatwirtschaftliche Akteure sind, deshalb ist es sehr schwer, sie untereinander zu koordinieren und sie auf eine supranationale Logik einzuschwören. Aber unser Team ist der Ansicht, dass es im Interesse dieser privatwirtschaftlichen Produzenten ist, die Mittel dafür zu finden, dass ihre chaotischen Fördermengen die Preise nicht mehr beeinflussen. Was die Probleme zwischen den OPEC- und den Nicht-OPEC-Staaten betrifft, besteht eine Technik für eine Verdünnung der Wirkung der Ölproduktion der Staaten, die nicht beim Abkommen dabei sind (USA, Brasilien, Kanada), darin, diese Gruppe zu vergrößern. Das passiert diesen Monat durch die Teilnahme von Ägypten und insbesondere Turkmenistan. Ohne einen größeren geopolitischen Schock, antizipiert unser Team deshalb weiter Preise um 50 Dollar pro Barrel, wobei kleine wiederkehrende Adrenalinschübe sehr schnell Gegenreaktionen gegen einen Preisanstieg hervorrufen werden.

Figure 1 – Ölpreis (WTI), 2012-2017. Quelle: Investing.

Pariser Immobilien – Investieren Sie!

Die Wahl von Emmanuel Macron wird den Appetit von Investoren für Frankreich im Allgemeinen steigern. Alle französischen Werte sind deshalb eine gute Investition und wahrscheinlich eine nachhaltige. Die Strategie, die die französische Finanzwelt verfolgt und die darin besteht, Paris als europäischen Finanzplatz zu entwickeln, wird von diesem Wahlsieg ganz besonders profitieren. Der Pariser Immobilienmarkt (rund um die Börse) und der Groß-Pariser Immobilienmarkt (insbesondere Haute-Seine) ist wahrscheinlich in einer Phase, in der er die Mietpreise unerschwinglich macht. Gute Nachricht für die Eigentümer und Investoren, schlechte Nachricht für die Pariser.

Figure 2 – Immobilienpreise in Paris, 2008-2017. Quelle: Les Échos.

Großbritannien – Trendwende

Im Gegensatz dazu ist Großbritannien an dem Punkt, an dem es Rückschläge erleben wird. Wenn das protektionistische Modell, dass man seit dem Brexit zu implementieren versucht hat, zuerst teilweise wirksam erschien, um die Produktion, die Beschäftigung und die Löhne nach oben bringen, wird der Vergleich mit der entgegengesetzten Ausrichtung Frankreichs gegen Großbritannien ausgehen. Übrigens wirft ein Bericht gerade Zweifel auf die Aussicht auf einen Lohnanstieg, auf die Carney noch vor kurzem gesetzt hat[2]. Umso mehr als ein Teil des britischen Establishments jetzt im Vorfeld der Wahlen vom 8. Juni mehr als früher daran interessiert ist, die Bedingungen für einen Soft-Brexit zu generieren, um zu vermeiden, dass Großbritannien zu sehr marginalisiert wird.

Märkte der Schwellenländer – Comeback

Die mit den Schwellenländern, den BRICS, dem OBOR, der SOZ …  verbundene Dynamik kommt wieder zu Kräften.  Die Investitionen im Wert von 115 Milliarden, die China den Investoren der ganzen Welt im Rahmen der Finanzierung seines Seidenstraßenprojekts anbietet, haben doch einige angelockt. Der gerade abgehaltene Seidenstraßen-Gipfel war bereits eine Erklärung für einen Anstieg der Ölpreise[3]. Die Geldwelt wird die Gelegenheiten, die sich überall öffnen, nicht mehr lange ignorieren können. Aus diesem Gesichtspunkt bringt die Wahl Trumps positive Früchte, da sie die Welt von der moralischen Verpflichtung befreit, beim Geschäft immer die Vereinigten Staaten zu privilegieren, aber auch den Weg zu neuen Interaktionsformen mit der multipolaren Welt zeigt.

Finanzprodukte – Warten Sie noch ein wenig

Was die Finanzprodukte betrifft, nähern wir uns dem Moment, an dem sie wieder sicher sind, aber derzeit raten wir unseren Lesern weiterhin, abzuwarten. Volatilität der Rohstoffpreise, gigantische, noch ungelöste Defizite, Exposition der Banken gegenüber toxischen Werten, noch sehr große geopolitische Risiken … die Produkte der Finanzwelt werden erst wieder sicher werden, wenn die Realwirtschaft wieder ganz auf den Boden gekommen ist ist. Investieren Sie daher derzeit noch in harte Werte.

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[1] Quelle: MarketPulse, 15/05/2017

[2] Quelle: MarketPulse, 15/05/2017

[3] „Chinese-led globalization“ bezieht sich auf dem Gipfel vom 14.5. in Peking. Quelle: Bloomberg, 15/05/2017

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Zusammenfassung

Seit mindestens 2007, das heißt ein paar Jahre nach dem Eklat der französischen Diplomatie im Jahr 2003, als das Land sich dem Irakkrieg entgegenstellte, schien es so, als ob die [...]

Seit dem zweiten Weltkrieg begründet sich die moralische Dominanz des Westens über den Rest der Welt nicht ausschließlich, aber weitgehend auf die unbestreitbaren Qualität seiner Medien, Garanten für Information über [...]

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